Diese 7 Podcast-Fehler hätte ich 2011 besser nicht gemacht (und wie du sie heute vermeidest)

Diese 7 Podcast-Fehler hätte ich 2011 besser nicht gemacht (und wie du sie heute vermeidest)

Wahnsinn, diese ganze Podcast-Sache mache ich schon 10 Jahre?! Wo ist denn Bitteschön die Zeit geblieben?!

Na, wo sie wohl immer steckt.

In Erfahrungswerten.

Vor einigen Wochen lies ich die letzten 10 Jahre Podcast-Helden Revue passieren.

Und ja, es war die Zeit, an dem ich auch 40 Jahre geworden bin.

Und nein, ich habe keine Midlife-Crisis. Die Jungs aus dem Sportwagen-Club, in dem ich jetzt bin, hätte mir das bestimmt gesagt. ;)

Podcast-Fehler passieren und sie werden auch in Zukunft passieren. Und weißte was, das ist auch gut so.

Was sagt meine Frau immer zu meiner Tochter: „Fehler machen klug, drum ist einer nicht genug.“

Recht hat sie.

Dennoch möchte ich dich vor einigen meiner gemachten Fehler bewahren und dieser Beitrag ist der erste aus einer Reihe von Rekapitulationen und Neubewertungen von Dingen, die ich getan oder auch mal in diesem Blog geschrieben habe.

Mein Ziel damit: Ich will dir die besten und aktuellsten Tipps mitgeben und gleichzeitig diesen sehr, sehr, seeeeehr alten Blog aktuell halten.

Hast du Lust mit auf die Reise zu gehen und Podcast-Fehler zu vermeiden? Am besten noch, bevor du deinen Podcast erstellst

Super, dann lass uns starten. 

Alles für eine bessere Fehlerkultur!


Diese 7 Podcast Fehler haette ich 2011 besser nicht gemacht und wie du sie heute vermeidest

1. Positionierung im Podcast ist wichtig…also positioniere dich auch

Als ich 2011 meine ersten Gehversuche im Podcasting machte, kam ich gerade aus einer Reihe von Coaching-Ausbildungen (NLP, de Shazer, etc.).

Zu der Zeit war ich noch als Therapeut in einer Praxis angestellt und wollte so schnell auf eigenen Füßen stehen, wie es nur irgend geht.

Was sagt der NLPler?

Maximal „weg von“-motiviert.

In diesen Coaching-Ausbildungen bekamen wir vermittelt, dass man prinzipiell mit allen Problemchen und ProblembesitzerInnen dieser Welt arbeiten könne. Zumindest mit denen, bei denen nicht ein Fachmann oder eine Fachfrau auf etwaige Pathologien schauen sollte.

Also habe ich mir gedacht: „Das ist ja nur schlau, wenn ich auch so an den Markt gehe. Ich bin der Coach für ALLE!“

Vermutlich musst du jetzt kräftig schmunzeln und weißt schon, dass dies eine dumme Idee war.

Aber ich kann dir eine Sache sagen!

Seit 2014 arbeite ich professionell mit Unternehmerinnen und Unternehmern zusammen und die wenigsten sind optimal positioniert. Es gibt immer etwas, das man an der Positionierung verändern oder verbessern kann. Auch wenn nicht alle den offensichtlichen Fehler machen, wie ich damals.

Du hast prinzipiell zwei Möglichkeiten der Positionierung, bzw. der Nischenbildung: Du kannst eine demographische oder eine thematische Nische konstruieren.

Beispiel Nr. 1

„Ich unterstütze Alleinerziehende mit mehr als zwei Kindern dabei (=demographisch eng), wieder Glück im Leben zu spüren (thematisch breit).„

Beispiel Nr. 2

„Ich unterstütze Berufstätige (=demographisch sehr weit) dabei, sich durch Meal-Prep gesund zu ernähren (=thematisch eng).“

Vermutlich siehst du den Unterschied.

Mach es also nicht so wie ich 2011 und ignoriere direkt beide Möglichkeiten der „Vernischigung“.

Eines der beiden Stellschrauben darfst du anziehen.

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2. Podcast erstellen oder optimieren? Dann achte auf Podcast-SEO

Weißt du, wie mein erster Podcast hieß?

Lösungsmittel-Podcast.

Ja.

Wirklich.

Ich mochte das Wortspiel, dass du als Coach das Lösungsmittel für das bessere Leben deiner Klienten bist.

Ist ja irgendwie auch nett.

Ist nur für die Suchmaschine für den Fuß.

Wenn man nach Lösungsmittel googlet, dann ist es vermutlich eher so, dass du gerade die Shampoo-Flasche mit dem Sekundenkleber verwechselt hast und nun nicht wirklich auf der Suche nach einem Life-Coach bist. Und wenn man nach einem Coach sucht, dann eher für ein bestimmtes Thema und nicht…naja…nach Lösungsmittel.

Also schau, dass du relevante Keywords, die deine Zielgruppe benutzt, auch in deinem Titel hast. Vielleicht kannst du ja auch direkt noch die Transformation in den Titel bringen und so noch mehr Sogwirkung erzielen.

Ein gutes Beispiel dafür ist Björn Tantaus „Social Media Marketing Podcast“, wo anhand des Titels so ziemlich klar ist, wo die Reise hingeht. Oder wenn bei Alex Fischers „Reicher als die Geissens“ auch die Transformationswilligen angesprochen werden.

Relevanten Keywords, die es nicht in den Titel schaffen, kannst du aber auch noch in die Titel von entsprechenden Episoden packen. Podcast-SEO ist in Zukunft ein wichtiger Bestandteil der Podcast-Strategie

3. Podcast im Business: Zeige, was du anzubieten hast

Berlin, Sommer 2015.

Ich durfte im Rahmen des Citizen Circle einen Workshop geben. Damals habe ich gerne für staunende Gesichter gesorgt, indem ich innerhalb von 45 Minuten eine Episode aufgenommen und live veröffentlicht habe.

Nach dem Workshop standen die Teilnehmenden und ich unten im Hof und unterhielten uns.

Auf einmal hielt einer der Teilnehmer auf mich zu und sagte: „Gordon, das war cool. Wenn du mal Consulting anbietest, dann sag bescheid. Ich würde dich gerne mal für ein Projekt buchen“.

Ich schaute ihn verdattert an und sagte: „Aber ich biete Consulting an. Warst du noch nicht auf meiner Website?“

„Nein, ich habe bisher nur deinen Podcast gehört.“

Und da fiel es mir auf!

Über 50 Episoden von meinem Podcast waren draußen und ich habe NICHT EINMAL erwähnt, dass ich etwas anzubieten habe oder eine Abkürzung sein könnte.

Also ein knappes Jahr Podcasting.

Mach das bitte nicht.

Ja, der Podcast ist ein kostenfreies Content-Tool, aber das bedeutet nicht, dass wir mit unseren Fähigkeiten und Angeboten hinter’m Berg halten müssen. Viele PodcasterInnen (ich auch) haben etwas Gamaschen vor dem Vermarktungsanteil. Immerhin wollen wir nicht mit Werbung nerven.

Das kann man so fortführen.

Aber dann kommen halt doch keine Leute über den Podcast zu dir. Oder nur über proaktives Anschreiben. Das ist Hoffnungsmarketing und somit keine gute Wahl. Ja, die richtigen Leute kommen auch irgendwann einfach so, aber bis dahin willste ja auch deine Miete zahlen. ;)

4. Podcast-Vermarktung: Durch die Veröffentlichung allein findet niemand deine Show

Irgendwann ging meine Reichweite des Podcasts auf den Nullpunkt. Ich verschwand aus den Podcast-Charts und hatte den Eindruck, dass ich immer weniger relevant wurde.

Hey, Podcasts-Charts. Wenn du da abschmierst, ist es vorbei. (SPOILER: Nope, stimmt nicht)

Also habe ich damals das gemacht, was mich in die Podcast-Charts brachte: Neue Episoden.

Ich habe also die Frequenz auf wahnsinnige 3-4 Episoden pro Woche erhöht. Teilweise habe ich jeden Tag eine Episode rausgehauen.

Neben dem inneren Druck irgendwie wieder relevant zu werden und mehr HörerInnen zu bekommen, produzierte ich wie wahnsinnig eine halbgare Episode nach der anderen.

Wie getrieben.

Und es passierte…nichts!

Der Podcast schmierte weiter ab und bekam auch keine neuen Abonnenten (wenngleich die steigenden Downloads wegen mehr Episoden vorgaukelten, dass es wieder nach oben geht).

Das Ding ist: Wenn du deine Episode veröffentlichst, ist genau 50 Prozent der Arbeit getan. Die anderen 50 Prozent sind Vermarktung. So oder irgendwie ähnliche Zahlen. ;)

Die Kernmessage: Wenn du deine Episode draußen hast, dann vermarkte sie gescheit, denn nur so bekommst du neue Hörer. Nicht durch die Veröffentlichung allein.

Insta-Live, Reels, Facebook Live, Newsletter, Gruppen, Weiterleiten aus Spotify, etc. Aber natürlich auch die guten alten Multiplikatoren oder "Putzerfische".

Was auch für dich und deine Zielgruppe relevante Kanäle sind: Feuer frei!

Und was ist nun mit den Charts?

5. Podcast-Charts sind nicht wichtig. Punkt.

2011 gab es keine Charts abseits vom damaligen iTunes (mittlerweile Apple Podcasts) und es war noch recht einfach, dort in die Top-10 zu kommen. Heute sieht das ein wenig anders aus.

Nicht nur ist es schwerer in die Charts von Apple zu kommen. Es gibt auch längst mehr als nur diese Charts. Amazon und Spotify haben mittlerweile eigene und somit keine allgemein gültigen Billboard-Charts oder die „Hitparade“.

Okay, ich gebe zu. So ganz unwichtig sind Charts nicht.

Es ist cool, wenn man drin auftaucht. Das ist immer ein Screenshot für Social-Media wert. Und es zeigt auch, dass man grundsätzlich irgendwas richtig zu machen scheint.

Aber der Fokus auf „die Charts“ ist ein trügerisches Spiel.

Das Perfide: Du kannst in den Charts abrutschen, obwohl du mehr Hörer findest und auch weiterhin gute Episoden machst. Einfach dadurch, dass andere ihren Job besser als du machen und vielleicht mehr Neuabonnenten bekommen, weil ihre Ad etwas besser läuft als deine.

Wenn dein Seelenheil als PodcasterIn nun an der Chart-Position liegt, wirst du ein schlechtes Gefühl erleben. Und dabei ist deinen HörerInnen deine Platzierung vollkommen egal, denn sie feiern dich, weil du du bist.

Denen ist scheißegal, wo du in den Charts rumlungerst. Sie wollen dich. Und sie wollen gute Inhalte. 

Und so solltest du deinen Podcast auch betrachten. Mach ihn nicht für dich oder dein Ego! Mach ihn für die Leute, die du erreichen willst.

Das bedeutet nicht, dass du auf dem Status Quo beharren solltest. Du solltest immer auch „mehr“ wollen. Mehr ZuhörerInnen sind immer das Ziel für uns. Das kannst du in deinen Statistiken sehen, aber lass nicht zu, dass eine Zahl in irgendwelchen Charts deine Stimmung verändert.

6. Experimentiere mehr mit deinem Podcast-Format

Ich dachte früher immer, dass es eine Art von Richtlinie gäbe, wie ein Podcast zu sein hat. Viele Interviews, mal ne Solofolge und immer die gleichen Köppe einladen, die sowieso durch sämtliche Podcasts tingeln und immer die gleichen Fragen vorgesetzt bekommen. (Hört man da eine Bewertung raus?!)

Klar gibt es sowas wie wiederkehrende Elemente, die sich irgendwie etabliert haben. Intro mit Musik, hybrider Aufbau aus Solofolgen, Interview und dankbarerweise ist auch die Auswahl der Interviewgäste auch etwas weniger vorhersehbar.

Aber am Ende ist Podcasting der Wilde Westen.

Wir dürfen da tun und lassen, was wir wollen. Wir haben keine Vorgaben wie „Zwischenüberschriften in H2“ oder in Videos möglichst in den ersten 10 Sekunden ne krasse Punchline raushauen, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Wir dürfen Geschichten erzählen und ganz bewusst die Dinge machen, auf die wir Bock haben. Wir dürfen mit Themen, Längen, Tiefen, Gästen, Aufbauten, Strukturen und mit allem spielen, was uns in den Sinn kommt.

Sei da gerne mutiger, als ich es am Anfang war. Das bedeutet nicht, dass man sich am Anfang nicht an etablierten Strukturen Sicherheit holt. Aber sobald dein Basislager steht, darfst du zu eigenen Expeditionen aufbrechen.

7. „Quäl’ dich, du Sau!“ - Was du vom Radsport fürs Podcasting lernen kannst

„Ich bin in meinem Podcast voll authentisch und deswegen schneide ich meine Episoden auch nicht.“

Jaaaa, weiß nicht.

In den späten 90ern schwächelte Jan Ullrich auf der Tour de France und wurde von seinem Teamkollegen Udo Bölts angeraunzt: „Quäl dich, du Sau!“

Dieser Spruch ging in die Analen des Radsports ein und hat mehr mit Podcasting zu tun, als man denkt.

Der Godfather of Schreibstil und ehemaligem Leiter der Hamburger Journalistenschule Wolf Schneider hat gesagt: „Einer muß sich plagen, der Schreiber oder der Leser“

Er meint damit, dass man Texte schön leserlich machen solle, damit sie einfach und flüssig zu lesen sind.

Das gilt auch fürs Podcasting.

Einer muss sich quälen. Der Podcaster oder der Hörer.

Also dürfen wir unseren Podcast auch in der Nachproduktion in Ordnung bringen. Und da fasse ich mir an die eigene Nase, denn ich habe da jahrelang meine Hörer durch gequält. Redundanzen, unvollendete Hauptsätze, Füllwörter, Ähms und noch vieles mehr.

Höre ich mir heute alte Episoden an, dann muss ich mich fast schämen und fragen, warum zum Henker ich die Folge ohne Skript eingestammelt habe.

Das ist nun wirklich nicht authentisch.

Das ist schludrig.

Heute bekommt jede Episode eine kleine Mindmap oder mindestens ein paar Notizen als Grundlage.

Ein Podcast-Fehler-Ausblick auf 2031

Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, dass ich 10 Jahre später wieder hier sitze und einen Text derart schreibe.

Dann bin ich 50 Jahre alt und werde eine Menge Fehler gemacht haben. Und weißt du was?

Das ist gut so.

Denn was sagte meine Frau noch gleich?

Fehler machen klug, drum…du weißt schon. ;)

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Gordon Schönwälder

Podcast-Coach, Unternehmer, Gründer von Podcast-Helden und Veranstalter der Podcast-Helden-Konferenzen

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2 Kommentare

  • Ich frage mich, ob es nicht schon zu spät ist, einen Podcast zu gründen :D Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen ihre Bekanntheit aus FIlm und Fernsehen nutzen, um damit von Podast-Hörer*Innen zu profitieren. Wer das nicht hat, viel Spaß beim Aufbau einer Hörerschaft ^^'
    LG
    Julius
  • Hey Julius,

    nein, da trügt dich nen fieser Glaubenssatz! ;) Klar hilft es dir beim Podcast-Wachstum, wenn du schon Follower mitbringst. Aber es geht ja jetzt darum, beim Podcast auch eine Nische zu bedienen. Und wenn man die hat, dann gibt es eine Menge Nebennischen-Podcaster, mit denen man gemeinsam an Reichweite schrauben kann. Aus meiner Sicht ist es jetzt sogar noch einfacher!

    Viele Grüße,
    Gordon

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