Warum du bei deinem nächsten Podcast-Interview überdenken solltest, ob du es überhaupt machst...

Warum du bei deinem nächsten Podcast-Interview überdenken solltest, ob du es überhaupt machst...

Okay, der Einstieg in diesen Text kommt jetzt nicht so Interview-relevant rüber, aber vertrau mir...das wird es noch! 

Vor einigen Tagen bekam ich eine Mail mit der Anfrage zu einem Online-Kongress. Diese Anfrage musste ich leider absagen. Nicht aus Zeitgründen, sondern weil meine Erfahrungen mit Online-Kongressen eher durchwachsen sind. 

Es gab zwei Highlights und ein, zwei gute Konferenzen. Die anderen waren eher mau. 

Damit will ich keine Generalkritik üben, sondern auf eine Sache hinarbeiten: Den Grund, warum ich Online-Kongresse nicht so dolle finde. 

Die Art der Interviews! 

Meist aus Zeitgründen recht geskriptet und wenig "Gespräch". 

Das finde ich schade, wo es doch meist einiges zu bereden und aus dem Gast heraus zu kitzeln gilt. 

Bei Interviews in Podcasts ist es leider ähnlich! 


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Kernaussagen aus dieser Episode

Podcast-Interviews erscheinen als gesetzt - warum überhaupt?

Egal, welche Ressourcen man im Netz findet, Interviews erscheinen als eines der relevantesten Hebel für den Podcast. Das mag für eine Menge der gängigen Podcast-Formate da draußen gelten, aber eben nicht für alle. 

Keine Frage. Für die Reichweite sind sie gut. 

Und wenn es darum geht, eine Message in die Welt zu bringen, würde ich sie auch immer wieder einsetzen - auch in hoher Frequenz. Aber das ist eben nicht immer der Fall. 

Wenn du Beiträge aus meiner Anfangszeit findest, dann wirst du mich da auch noch von Interviews als DER Faktor fürs Podcasting reden hören. Aber jetzt...ein paar Jahre später...bin ich doch etwas anderer Meinung. 

Interviews sind mehr Arbeit, als die meisten denken

Ich erinnere mich noch an eine Aussage von mir aus den frühen Tagen von Podcast-Helden (und ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wo es war), in denen ich sinngemäß sagte: 

"Interviews sind eine feine Sache, weil man sich etwas zurücklehnen und den Gast den Content liefern lassen kann". 

Meine Relevanz für die Szene will ich ganz bestimmt nicht überbewerten und gleichzeitig habe ich meinen Teil für diese Sicht der Dinge wohl beigetragen zu haben. 

Es ist eben NICHT so, dass Interviews in Summe leichter sind. 

Im Gegenteil. 

  1. Interviews brauchen mindestens genau so viel Vorbereitung, wie andere Formate. Du willst was über den Gast herausfinden. Du willst die für ihn passenden Fragen finden und dergleichen mehr.
  2. Es geht nicht um ein Stakkato an Fragen, es geht um ein Gespräch auf Augenhöhe. Ein Gespräch, dessen Ende nicht geskriptet ist, sondern an einem groben Faden entlang zu einem Ziel läuft. Das Ganze unter Kontrolle vom Interviewer und wenn eben jener sich zurücklehnt, dann wird ein Interview gerne mal ausschweifend bis belanglos.

Interviews sind manchmal kontraproduktiv, was das Ziel des Podcasts angeht

Was ist das Ziel der Business-Podcasts da draußen? Richtig, die meisten wollen ihre Expertise zeigen und eine Beziehung zum Zuhörer aufbauen. 

Warum? Weil sie ihre Dienstleistungen und Produkte mehr oder weniger offensichtlich verkaufen wollen. 

Am Ende einer Episode muss immer eines klar sein: Der Hörer muss immer wissen, dass der Podcaster als Experte die Abkürzung zur Lösung seiner Probleme ist! 

Und das klappt nur, wenn ich als Hörer weiß, dass jemand eine Abkürzung sein kann. 

Wieso sollte ich dann die Aufmerksamkeit von mir weg, hin zu einem Interviewgast lenken wollen? Richtig, das macht keinen Sinn. Deswegen gilt für mich folgende Regel in der Arbeit mit meinen Klienten: Wenn der Podcast über kurz oder lang Kunden bringen soll, dann sind Interviews lediglich Garnierung. 

Interviews sind nicht generell unpassend

Das ist keine Generalkritik an Interviews, auch wenn ich ein wenig gepoltert habe. ;) 

Wenn Interviews Gespräche mit einem Ziel sind, dann passen sie sehr gut als Ergänzung. Denn dann unterhalten sich zwei Experten auf Augenhöhe. Ich bringe in der Episode ein Beispiel, dass dies sehr deutlich machen kann. Und ein Beispiel, wie das nicht der Fall ist. 

Und auch das Reichweiten-Argument ist stichhaltig, aber es geht nicht darum, irgendwen mit Namen in die Show zu holen und eine Allerweltsepisode zu machen. 

Zwei Tipps, für bessere Interviews im Podcast

Ich werde in dieser Episode/in diesem Beitrag nicht auf Interviewtechniken an sich eingehen. Das werde ich im Laufe des Jahres im Detail machen. Aber hier kommen zumindest drei Tipps, mit denen du dein Interview kurzerhand etwas besser machen kannst.

1. Stelle eine überraschende Einstiegsfrage

"Wer bist du und was machst du?" ist ein Klassiker! Aber auch sehr langweilig. Bevor du deinen Gast sich selber vorstellen lässt (warum macht man das nicht selber und punktet mit guter Recherche?!), kannst du etwas graben und vielleicht eine Sache finden, die man über den Gast nicht wusste und damit einsteigen? 

Beispielsweise wie hier, als wir Matthew Mockridge mit der Lindenstraßen-Frage überrascht haben (Matthews Vater spielte dort lange Jahre mit)

2. Übe das Paraphrasieren der Aussagen deines Gegenübers

Wenn es um Gespräche auf Augenhöhe geht, kannst du mit einer Paraphrasierung punkten. Eine Paraphrasierung ist die Wiederholung einer Kernaussage mit eigenen Worten. Du erkennst sie meist an Formulierungen, wie dieser: "Okay, wenn ich dich richtig verstanden habe, dann meinst du...?"

Das zeigt zwei Dinge. Zum einen, dass du dich wirklich für den Gast und seine Aussagen interessiert und ihm die Möglichkeit zum Abnicken gibst. Und es zeigt, dass du auf Augenhöhe mit deinem Gast sprechen kannst. Das ist für Interviews mit dir als Experten in einer Reichweiten-Folge wichtig. Denn es geht ja auch darum, das der Hörer dich als solchen wahrnimmt. 

Was ist deine Erfahrung mit Interviews? Schreibe mir gerne einen Kommentar unter diesen Text und wir tauschen uns ein wenig aus! 

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KOMMENTARE

6 Kommentare

  • Hi Gordon,

    ich teile deine Meinung zum Thema größtenteils. Jedoch sind meine Einzelfolgen (gefühlt) deutlich mehr Arbeit als meine Interviews im Podcast. Von daher ist eine Interviewfolge tatsächlich etwas Entlastung und kann dennoch guten Content liefern.

    Ich glaube, langsam trennt sich auch bei Podcasts die Spreu vom Weizen. Wer sich nicht vorbereiten kann oder mag, der liefert Schrott, den bald keiner mehr hören mag. Wer nicht auf Augenhöhe und unterhaltsam interviewen kann, führt langweilige Gespräche, die (hoffentlich) bald niemanden mehr interessieren.

    Ich höre nur noch das gute Zeug. Für alles andere ist mir meine Zeit zu schade.

    Viele liebe Grüße

    Axel
  • Hey Axel,

    vielen Dank für die Einsicht. Was machst du denn konkret in der Vorbereitung zum Interview?
    Beste Grüße,
    Gordon
  • Hey Gordon,

    natürlich recherchiere ich den Interviewpartner bzw. habe dies schon vor meiner Anfrage getan. Ich arbeite die passenden Fragen aus und biete ihm an, sie ihm vorab zuzuschicken.

    All das ist zeitlich deutlich weniger aufwendig, als eine Solo-Folge zu entwickeln, zu schreiben udn zu vertonen. Zumindest bei mir.

    Ansonsten stimme ich dir voll und ganz zu, dass ich manchmal den Interviewpartner wieder "einfangen" muss, um bei dem für meine Hörer interessanten Thema Kommunikation und Konflikte zu bleiben. Und das ist eine Kunst für sich. ;-)

    Liebe Grüße

    Axel
  • Hey Axel,

    du schreibst die Folge vorher komplett auf?

    Beste Grüße,
    Gordon
  • Hi Gordon,

    ja genau. Ich schreibe sie vorher komplett auf. Ich strukturiere sie wie einen Blogartikel. Dadurch bekommt sie mehr "Biss" und Form. Und dann lese ich ab.

    Dazu muss ich sagen, dass ich als Hörbuchsprecher arbeite, und mir viele Leute sagen, meine Texte klingen nicht wie abgelesen. ;-)

    Früher habe ich mir bei meinen Podcastfolgen nur Stichpunkte notiert und dann frei entwickelt. Das Vorlesen klappt bei mir jedoch besser.

    Interviews führe ich natürlich fei. ;-)

    Liebe Grüße

    Axel
  • Hey Axel,

    okay, das ist natürlich ne Menge Arbeit und somit mehr, als bei einem Interview. Du gehörst dann zu den wenigen Menschen, die ablesen können, ohne so zu klingen. Ich vermute, dass hast du gelernt oder trainiert. Die breite Masse kann das nicht.

    Beste Grüße,
    Gordon

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