Umgang mit Kritik am Podcast: So bleibst du entspannt bei negativen Rezensionen

Umgang mit Kritik am Podcast: So bleibst du entspannt bei negativen Rezensionen

Podcast darf voller Wissen UND Persönlichkeit sein. Das ist sein unschlagbarer Vorteil...abgesehen davon, dass es das einzige Content-Format ist, welches ohne Bildschirm auskommt.

Aber wenn es um Persönlichkeit geht, dann gehen bei vielen (angehenden) PodcasterInnen die Alarmglocken an.

Was ist, wenn ich mich durch den Podcast und das Zeigen meiner Person angreifbar mache? Was ist, wenn ich mal negatives Feedback oder Kritik bekomme?

Keine Frage: Dieser Gedanke ist nachvollziehbar, aber ist auch leicht wieder ins rechte Licht zu rücken. ​​​​​​

Das Wie bestimmt das Was im Umgang mit Kritik

Wenn Menschen Kritik an dir und deinem Podcast im Besonderen haben, dann meistens nur aus zweierlei Gründen.

  • Sie mögen dich und wollen dir helfen (auch wenn es sich im ersten Moment vielleicht nicht so anfühlt).
  • Sie finden dich komplett kacke und sind Hater​ (und du kannst sie deswegen komplett ignorieren).

Gehen wir mal davon aus, dass es Menschen der ersten Gruppe sind. Dann kannst du dir überlegen, ob ihre Kritik nicht vielleicht berechtigt ist.

Es gab mal eine Phase bei mir im Podcast, in der ich Episoden oft unstrukturiert und aus der hohlen Hand aufgenommen habe. Ich hatte ein Thema im Kopf und das sollte mir reichen. Die Reaktion der ZuhörerInnen war eindeutig: Deine Episoden verlieren an Substanz und du wirst zudem noch redundant. (HIER ist eine Ressource für dich, falls du es direkt besser machen willst)

Auch wenn es im ersten Moment zwickte...sie hatten einfach recht. Und deswegen ging ich auch wieder dazu über, meine Episoden besser zu planen und entsprechend sorgfältig aufzunehmen.

Wenn sich Leute die Mühe machen, dir zu schreiben, dann müssen sie sich dafür wertvolle Zeit nehmen, die sie in dich investieren wollen. So darfst du diese Kritik dann auch aufnehmen.

Es kann aber sein, dass du das Feedback dennoch "in den falschen Hals" bekommst, weil du vielleicht nicht so gut drauf bist. Du kennst das vielleicht? In solchen Fällen interpretiert man in das geschriebenen Wort einige Untertöne, die der Adressat vielleicht gar nicht drin haben wollte.

Mein Tipp für den Umgang mit Kritik derart (aus Erfahrung) ist daher: Lass ein paar Stunden und einen Spaziergang vergehen, bevor du zu einer Antwort ansetzt. ​​​​​​​​​​Und wenn du mal sehen möchtest, was einer meiner ersten kleinen Shitstorms war, denen ich mich ausgesetzt fühlte, dann schau mal hier hin

Und ich bin da ganz ehrlich. Da musste ich eine Menge spazieren gehen.

Unsachliche Kritik? Gerne ignorieren.

Was aber, wenn Menschen sich an dich wenden und sich wie eine offene Hose verhalten? Unverschämt, unsachlich, direkt, bewertend, etc.?

Ganz einfach: Ignorieren. Punkt.

Wenn du unsachlicher Kritik ausgeliefert bist, dann wird dir niemand böse sein, wenn du auf dich und deinen Gemütszustand achtest und einfach gar nichts machst. Das ist völlig in Ordnung.

Oft haben wir das innere Bild, dass wir in solchen Fällen besonders schlagfertig oder souverän rüberkommen und antworten wollen. Aber oft beginnt da eine Schrift-Schlacht, die am Ende niemanden gewinnen lässt und fade schmeckt.

Deswegen reicht dann auch ein Feedback wie: "Vielen Dank für deine Mail und deine Sichtweise."

Mehr muss es - wenn überhaupt - nicht sein. Eine solche freundliche Mail ist für viele Trolle oder Hater das Schlimmste.

"Kill them with kindness", sagen die Amerikaner. Zu Deutsch: Töte sie mit Freundlichkeit. ​​​​​​​​​​​​

Allerdings darfst du auch hier eine Nacht drüber schlafen, denn vielleicht interpretierst du die Kritik als unangebracht, weil sie dich irgendwie trifft. Oder...einen Nerv trifft. 

Warum trifft uns negative Kritik vergleichsweise hart?

Franca Cerutti vom Podcast "Psychologie to go" sagt dazu:

Was uns als Menschen am meisten bremst, ist die Angst ausgegrenzt zu werden. Wir sind soziale Wesen und auf guten Kontakt mit anderen Menschen angewiesen. Wenn uns jemand kritisiert oder zu verstehen gibt, dass er etwas, was wir tun, nicht in Ordnung findet, dann fühlt sich das unmittelbar - irrational - bedrohlich an. 

Für einen souveränen Umgang mit Kritik, empfiehlt sie: 

[...]erstmal alle Emotionen heraus zu nehmen und zu schauen, ob denn die Kritik gerechtfertig ist. Und wir dürfen schauen, auf welcher Ebene die Kritik passiert. Möglicherweise sagt die Kritik mehr über den Kritisierenden aus, als über den Kritisierten. Und wenn es sich um einen Angriff handelt, dann gilt folgendes Bild: Angegriffen wird nur die Person, die den Ball hat.

Wohlfühl-Atmosphäre? Nicht deine Verantwortung

Gerade am Anfang des eigenen Content-Marketings, sind Viele noch nicht sattelfest im eigenen Thema und sehen auch noch nicht die begeisterten Menschen, die da sind und auf neue Inhalte warten.

Vielmehr sehen sie vor ihrem geistigen Auge eine prüfende, kritische Masse von grauen Menschen (ich muss dann immer am MOMO denken, kennste das noch?!)​, die sich hinter Nebel verstecken. Um diesen Menschen zu gefallen, erstellen sie gefällige und eckenlose Inhalte, die nicht sonderlich aufregen sollen.

Guter Plan?

Nope! ​​​​

Stell dir das lieber anders herum vor. Menschen neigen dazu, anderen Menschen eine gewisse Fähigkeit zuzuschreiben - auf Basis von äußeren Faktoren. Einem Menschen in einem Arztkittel würdest du vermutlich eine gewisse Intelligenz zuschreiben, oder?

In der Sozialpsychologie gibt es den Begriff der Attribution, der genau das beschreibt, was mit dem Arztkittel gemeint ist.

Du kannst also prinzipiell nicht verhindern, dass Menschen dir Ahnung von einem gewissen Thema zuschreiben, weil du einen Blog/einen Podcast/einen whatever hast. Wenn jemand mit Content raus geht, dann wird er oder sie schon wissen, was er oder sie schreibt.

Entsprechend kannst ​du auch direkt weniger aufpolierte und durchaus gerne auch mal provokative Inhalte schreiben. Denn es ist nicht deine Aufgabe, Menschen zu gefallen und das Gegenteil ist der Fall. Du darfst auch eigen-artig sein.

Du brauchst dir auf jeden Fall keine Sorgen machen, dass dich Leute deswegen in der Luft zerreißen. Denn sie attribuieren dir Kompetenz und Wissen, WEIL du mit Content raus gehst. Und damit bist du auf der sicheren Seite. ​​​​​

Du kannst negative Kritik nicht verhindern

Aber trotz meiner ganzen Einwände hier, kannst du es nicht verhindern, dass Menschen dir schreiben und irgendwas doof finden, was du von dir gibst.

Also brauchst du auch gar nicht erst damit anzufangen, gefällige oder glatte Inhalte in die Welt zu bringen. Das bedeutet nicht, dass du allem und jedem ans Bein pinkeln solltest. Aber es soll dir zeigen, dass du mutig dein Ding machen darfst und dieser Mut wird immer belohnt.

Wie ist das nun beim Podcast im Detail? 

Negative Kritik beim Podcast kommt über zweierlei Arten in der Regel. 

Per Mail direkt zu dir ins Postfach

Dort kannst du mit den Menschen in Austausch gehen, sofern sie ihre richtige E-Mail-Adresse benutzen. Ich bekam vor einigen Monaten mal eine wütende Mail, dass ich wohl kein Interesse an Frauen in der Zielgruppe hätte, weil ich in meinen Episoden nicht gendere. Das muss eine Reaktion auf eine ältere Folge sein, denn seitdem das Thema da ist, versuche ich sehr wohl Frauen und Männer gleichermaßen anzusprechen. 

Als Rezension bei Apple Podcasts

Etwas treffender ist eine negative Rezension bei Apple Podcasts. Dort lassen sich Podcasts relativ leicht anonym bewerten und mit einer Rezension kommentieren. Dort können Menschen ihren Empfindungen freien Lauf lassen. 

Laberpodcast

Das Bittere an der ganzen Sache ist, dass man als PodcasterIn darauf nicht antworten kann, wie es mittlerweile bei Amazon für Verkäufer möglich ist. Wenn dem so wäre, dann könnte man Rezensionen derart leichter und problemlösungsorientierter begegnen. 

keine Ahnung

Ich weiß leider bis heute nicht, was der Rezensent damit gemeint hat, denn ich habe den Feed nicht geändert. Ich vermute, dass es sich um ein technisches Problem beim Hoster gehandelt hat oder die Podcast-App gesponnen hat. Aber anstatt einfach eine Mail zu schreiben, wurde es dann so gelöst. Das ist natürlich schade, denn ich habe keine Möglichkeit durch Rückfragen das eigentliche Problem zu lösen. 

In solchen Fälle bleibt dann nur der Aufruf in einer der kommenden Folgen. Aber mal ehrlich. Das passiert so selten und du kannst es dann auch einfach zu den Akten legen. 

Ein Fazit für deinen Umgang mit negativer Kritik

Wenn du nur eine Sache aus diesem Beitrag mitnimmst, dann den: Du kannst negative Kritik nicht verhindern. ;) 

Bevor du es also versucht und glattgebügelt-stromlinienförmig angepasste Sachen in die Welt bringst...mach DEIN Ding! Sei so, wie du es selber für richtig hältst. Und ja, das kann bedeuten, dass du am Anfang eher vorsichtig sein möchtest. 

Aber du darfst sukzessive raus aus der Komfortzone und bemerken, dass du viel mehr Traktion und Sichtbarkeit bekommst, wenn du auch mal polarisierst oder eine Position beziehst. 

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Gordon Schönwälder

Podcast-Coach, Unternehmer, Gründer von Podcast-Helden und Veranstalter der Podcast-Helden-Konferenzen

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