Live-Audio-Rooms, Boombox und Co. - Das sind die Podcast-Pläne von Facebook, Spotify und Apple

Live-Audio-Rooms, Boombox und Co. - Das sind die Podcast-Pläne von Facebook, Spotify und Apple

Wer mich und meinen Podcast kennt, der weiß, dass ich Unternehmer:innen dabei unterstütze, die richtigen Kund:innen zu finden, und zwar mit Hilfe eines eigenen Podcast. Im Rahmen dieser Kundenfindung kommen wir früher oder später zu dem Thema „Vermarktung“ und der Frage „was ist der richtige Call-to-Action?“ Sprich, was ist die richtige Handlungsempfehlung? Oder „wie kann man Podcasts monetarisieren?“ Deshalb ist der Beitrag höchst relevant für dich als Podcaster:in und gleichzeitig auch generell ein Beleg dafür, was verdammt nochmal gerade los ist in der Podcast-Szene.

Es geht um Social-Audio und um die Möglichkeiten, die es in Zukunft, neben Clubhouse, geben kann. Um Facebook und die Kooperation mit Spotify, welche ermöglicht, deinen Podcast in Facebook abspielbar zu machen und ich erläutere Bezahl-Angebote und Abo-Modelle, über die du mit deinem Podcast Geld verdienen kannst. Ein Round-Up zu den kommenden Neuerungen in der Podcast-Szene.

Apple, Spotify, Twitter & Co. überschlugen sich regelrecht mit Ideen in den letzten Wochen. Das Thema Social-Audio wird gerade überall heiß gehandelt und alle versuchen, eine Art soziales Audioerlebnis zu schaffen. Clubhouse hat gut vorgelegt und andere Größen in der Branche, versuchen Schritt zu halten. Daher schauen wir uns das einmal genauer an.

Diesen Artikel gibt es auch als Podcast-Episode


Was ist da los? Was ist Social-Audio und was habe ich verpasst, wenn ich den Hype um Clubhouse verpennt habe?

Du wirst vermutlich mitbekommen haben, wie krass Clubhouse abgegangen ist. Ist Clubhouse jetzt der Tod des Podcast? 

In meiner Folge 248 ging es genau darum. Für alle, die Clubhouse bisher nicht kennen: Clubhouse ist eine Plattform, eine App, die dir eine Art akustische Bühne bietet. Du bist nur über Audio zu hören, nicht zu sehen. 

Anderen Nutzer:innen werden deine Themen angezeigt und sie können als Gäste einfach lauschen oder auch mit „auf die Bühne kommen“, um mit dir zu diskutieren. Das alles in Echtzeit, ohne Aufnahme. Ein spontanes Meet-Up, sozusagen. Ein schön weitergedachter Weg von Clubhouse, wie ich finde. 

Wir können unseren Zuhörer:innen dadurch eine Möglichkeit des direkten Austauschs bieten, indem wir nach einer Episode dazu aufrufen, persönlich noch einmal über das Thema zu sprechen oder die Thematik gemeinsam weiterzudenken, und zwar live. Man gibt einen Zeitpunkt bekannt und „trifft“ sich dann dort. Andere Nutzer:innen können dazukommen und erfahren so von dir und deinem Podcast. Das Ganze ohne Medienbruch, es bleibt einfach bei Audio. Eine coole Plattform für uns Podcaster:innen.

Facebook jedenfalls hat den Clubhouse-Trend definitiv nicht verschlafen und möchte auch ein Stück vom Kuchen. Natürlich werden sie nicht die Letzten sein, die Social-Audio auch in ihrem Ökosystem einpflanzen werden. Aus der Twitter-Ecke zwitschert es auch schon ähnlich.

In verschiedenen Ländern ist es schon möglich, bei Facebook Live-Audio-Rooms zu betreten. Vermutlich wird es ähnlich funktionieren wie bei Clubhouse.

Was bedeutet das für uns als Podcaster:innen?

Zum einen bleibt das Thema der Kund:innen- oder Hörer:innenbeziehung weiterhin bestehen. Ein Podcast soll ja bekanntlich eine Beziehung zu deinen potenziellen Zuhörer:innen aufbauen, die dann zu Geschäftskontakten werden könnten. Diesen Beziehungsaufbau hat man im Podcast asynchron. Man produziert eine Episode und diese ist später im Player abrufbar. Social-Audio stellt ebenso eine Beziehung her, allerdings sind wir in Echtzeit unterwegs. Es steckt also eine gewisse Dringlichkeit dahinter, die Folge direkt mitzuhören, da es keine Aufzeichnung gibt und das ist eine coole Sache.

Fazit: Die Idee von Social-Audio ist prinzipiell richtig gut. Clubhouse hat momentan, für mich, ein Stück weit an Reiz verloren. Ich bin dort gerade kaum aktiv, da mir viel weniger spannende Talks angezeigt werden als zu Anfang. Man wird nun sehen, ob Clubhouse schlicht ein großer Hype war oder ob es sich hält und bewährt und wie das Social-Audio-Format bei Facebooknutzer:innen ankommt.

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„Boombox“: Erweiterte Partnerschaft bei Facebook und Spotify

Facebook-Nutzer:innen können demnächst auf die Spotify Podcast-Bibliothek zugreifen und so eine bestimmte Folge abspielen, während sie weiterhin durch Facebook scrollen. Man nutzt also Spotify, ohne seine Aktivitäten auf Facebook unterbrechen zu müssen. Ein neuer Mini-Player als Erweiterung der Social-Sharing-Option bei Spotify, um Inhalte über Facebook zu streamen. An sich, ein smarter Move, wie ich finde, denn die Verweildauer soll damit verlängert, die User-Experience verbessert und eine größere Reichweite erschlossen werden.

Kontra: Wenn die Episode gut ist, bleibe ich vielleicht auch ein paar Minütchen länger auf Facebook. Facebook hat somit mehr Zeit, mir Werbungen einzublenden und macht dadurch natürlich mehr Umsatz. Das kann man aus Nutzersicht eventuell kritisch sehen. Fraglich ist auch, ob man die gesamte Länge einer Podcast-Folge auf besagter Plattform verbringen möchte und ob man sich die Mühe macht, die Folge im Spotify-Player nochmal rauszusuchen und vorzuspulen, wenn man Facebook vorzeitig verlässt aber die Folge weiter anhören möchte. Ob es für solche Stolpersteine Lösungen geben wird - es bleibt spannend.

Pro: Mehr Nutzer:innen kommen in Berührung mit der Plattform Spotify und das Medium Podcast an sich bekommt wahnsinnig viel Aufmerksamkeit. Vermutlich sind wir uns alle darüber einig, dass das Thema Podcast gekommen ist um zu bleiben. Es ist kein Trend, der plötzlich wieder verschwindet, sondern Podcast hat sich seinen Platz gesichert, im Schulterschluss mit anderen Content-Formaten wie Blog, Social-Media, Youtube usw. Zudem wird eine weitere Möglichkeit geschaffen, kanalübergreifend Messages zu verbreiten. Deshalb finde ich es auch gut, dass sich die Social-Media-Riesen dem Ganzen öffnen. Und nicht nur das! Somit wären wir beim dritten Punkt:

Apple und Spotify laden dich ein, Podcast-Publisher zu werden - wie du durch das Anbieten eines Podcast-Abos Umsätze generieren kannst

Es wurde viel spekuliert über mögliche Abo-Modelle für Apple- oder Spotify-Nutzer:innen aber nun ist klar: Beide werden jeweils für sich ein Abo-Modell für Publisher starten. Das heißt, du hast die Möglichkeit, sowohl mit Apple, als auch mit Spotify, exklusive Inhalte anzubieten.

Apple lässt sich das natürlich gerne bezahlen. Es wird gemunkelt, dass es sich um eine Jahresgebühr von ungefähr 20 Dollar handeln wird und Apple möchte eine Provision abzwacken. 30 Prozent von den Umsätzen im ersten Jahr und 15 Prozent ab dem ersten Jahr.

Spotify möchte dir die Möglichkeit geben, exklusive Inhalte mit einer Bezahlschranke zu versehen und will dafür keine Gebühr haben.

Die große Frage, zu der es noch keine konkrete Antwort zu geben scheint: Was ist mit bestehenden Podcasts? Podcasts, die schon gelistet sind, sowohl bei Apple, als auch bei Spotify. Wird es hier entsprechend auch eine Bezahlschranke oder die Möglichkeit geben, Extra-Content eben hinter diese Schranke zu packen? Wie separieren Spotify und Apple diese Inhalte?

Wünschenswert wäre die Möglichkeit, einzelne Folgen eines bestehenden und kostenlosen Podcast, zu einer Bezahlfolge zu machen, die hinter ein Paywall steckt. Weniger gut fände ich, wenn es ein neuer Podcast sein muss. Aber so, wie es sich interpretieren lässt, wird es wohl möglich sein, einzelne Folgen entsprechend so zu hinterlegen.

Kontra: Ein neuer Podcast ist also exklusiv bei Spotify oder Apple hinterlegt. Problematisch ist, dass Nutzer:innen sich zwischen einem von beiden entscheiden müssen und dann auch nur über Spotify, oder eben Apple, den Podcast konsumieren können.

Für die Plattformen an sich zahlt sich das Ganze natürlich aus, denn die Podcaster:innen bringen ihre Fans und Follower auf deren Plattformen. Natürlich hat Spotify ein Interesse, denn sobald jemand bereit ist für einen Podcast Geld zu bezahlen, ist derjenige auch bereit, für die Premium-Inhalte von Spotify Geld zu bezahlen. Das Gleiche gilt für Apple oder Apple-Music.

Podcaster:innen müssen sich also entscheiden, auf welcher der beiden Frequenzen sie senden wollen. Ist das jetzt schlecht? Ich glaube, da darf jeder seine eigene Meinung zu haben. Ich persönlich finde es weiterhin nur wichtig, dass ich meinen Podcast auch bei Spotify listen kann, ohne, dass ich dafür bezahlen muss, wenn ich meinen Podcast kostenfrei anbiete. Solange es also überall möglich ist, auch kostenfreie Podcaster:innen zu hören, bin ich damit total fein.

Und wenn wir mal von der Variante mit exklusiven Bezahlinhalten ausgehen, dann ist es letztendlich so, wie bei Amazon Prime oder Netflix und Disney Plus. Es regt sich auch niemand auf, weil es die nicht gemeinsam auf einer Plattform gibt.

Social-Audio, um das Ganze noch mal zusammenzufassen, wird massiv von Facebook ausgerollt, die die Idee natürlich wieder ganz geschickt von Clubhouse übernommen haben. Super spannend ist die Kooperation von Facebook und Spotify und deren Spotify-Player für Podcasts innerhalb der Facebook-App. Und auch die Tatsache, dass es jetzt Abo-Bezahlmöglichkeiten für Podcast-Publisher, für Herausgeber:innen gibt, befinde ich für cool, weil es eben dem Medium Podcast in die Karten spielt.

Und wenn du nun denkst, dass Podcasts nun so richtig abgehen und der Markt gesättigt ist, dann beachte bitte: wir haben knapp 2 Millionen Podcasts da draußen, weltweit. Das hört sich erstmal nach viel an, ist im Vergleich zu Youtube-Kanälen, Blogs und Websites aber noch wenig. Es ist immer noch möglich, sich, mit vergleichsweise geringem Aufwand, eine Nische zu sichern.

Was ist nun zu tun? 

A) Wenn du diesen Zug nicht verpassen möchtest oder den Wunsch hast, deinen Podcast professioneller aufziehen zu wollen, dann lass uns doch einfach mal darüber quatschen und herausfinden, ob sich für ein Podcast für dich lohnt bzw. was die nächsten Schritte wären. Auf www.podcast-helden.de/strategie kannst du dich ein bisschen durchklicken. Ich würde mich freuen, wenn wir uns im Rahmen eines Strategiegesprächs kennenlernen und wenn ich dich dabei unterstützen kann, mit deinem Podcast auch wirklich Kund:innen zu gewinnen.

B) Was hältst du von der ganzen Aufregung? Hast du dir selbst schon eine Meinung zu den News gebildet und inwiefern betrifft dich die ein oder andere Neuerung von Facebook, Apple & Co.? Ent- oder ermutigt dich der anstehende Wandel? Kommst du noch mit oder wird dir schwindelig? Ab in die Kommentare damit, ich freue mich auf einen Austausch!

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