Viel Hall in der Aufnahme? Diese Tricks machen deinen Podcast sofort besser

Viel Hall in der Aufnahme? Diese Tricks machen deinen Podcast sofort besser

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66: Früher sind wir oft mit dem Wohnmobil in den Urlaub gefahren. Meist ging es nach Italien oder Südfrankreich.

Das Schöne am Campen mit dem Wohnmobil ist, dass man sich viele Dinge von daheim einfach mitnehmen kann und so auch in ungewohntem Umfeld gewohnte Dinge bei sich hatte.

Wie zum Beispiel die eigenen Handtücher und Badehandtücher.

Was ich als Kind immer faszinierend fand: Wie sich der Raumklang verändert, wenn man aus einem Raum ein paar vermeintlich kleine Dinge entfernt.

Vielleicht kennst du das auch, wenn du deine Handtücher aus dem Bad in der Wäsche hast und nichts mehr an Handtuchhaken hängt.

Sofort hallt es im Bad viel mehr als sonst.

Hängen wieder die Handtücher, dann ist alles wieder wie vorher.

Hier kannst du dir die Episode anhören, herunterladen und teilen.

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Shownotes zu dieser Episode:

Hört sich dein Büro wie eine Kathedrale an?

Die meisten angehenden Podcaster nutzen ihr Büro für die ersten Aufnahmen und sind dann nicht nur vom Klang ihrer eigenen Stimme verwundert, sondern auch vom Klang der Aufnahme.

Die ist so „hallig“.

Das ist die Aussage, die ich oft zu hören bekommen.

Schuld ist, wenn man davon überhaupt sprechen kann, die Eigenart des Raumes.

In einem Kino klingt es anders, als in einer Kirche. Obwohl beides große, offene Räume sind, hallt es in einer Kirche ganz gewaltig.

Im Kino wäre das ein No Go.

Warum?

Wie verteilt sich der Schall?

Ich habe so einen kleinen Wutball zu Weihnachten bekommen. Es war ein Gaggeschenk meiner Frau, für schlechte Zeiten.

Diesen Ball kann man dann zerquetschen und so seine Energie etwas rauslassen.

Ich erwische mich manchmal, wie ich mich auf meinem Stuhl zurücklehne und den Ball gegen die Wand werfe und wieder auffange.

Dabei kann ich ganz besonders gut abschalten. Es ist so ein Sport-Männer-Ball-Ding, keine Ahnung.

Aber genau wie ein Ball, den du an die Wand wirfst, kannst du dir die Schallwellen vorstellen, die deinen Mund verlassen.

Die Schallwellen deiner Stimme verteilen sich im Raum und werden von der Oberfläche zu dir zurück geworden. Und je mehr Schallwellen zu dir zurück kommen, desto „halliger“ ist dein Raum und somit auch deine Aufnahme.

Sei nicht zu kritisch dir gegenüber

Der Elefant, der jetzt im Raum steht ist folgender: Was kannst du tun, damit möglichst wenig Schall zu dir zurück kommt und deine Aufnahme schlechter macht?

Zum einen hilft erstmal ein tiefes Durchatmen.

Bloß weil man ein wenig Hall in deiner Aufnahme hört, ist es nicht direkt schlecht.

Viele Podcaster wünschen sich Hörbuchqualität und sind dann überrascht und auch nicht selten enttäuscht, wenn das Ergebnis nicht dem entspricht.

Studios in denen Hörbücher produziert werden, sind extrem gut isoliert und haben spezielle Wandstrukturen aus Schaumstoff oder anderen Materialien, die den Schall „schlucken“.

In der Regel haben wir das daheim nicht.

Aber dennoch können wir Podcaster auch in unseren Räumlichkeiten etwas dagegen tun.

Suche den Raum mit der besten Akkustik

Wenn du in einem kahlen Raum, mit verputzen Wänden und gefliestem Boden aufnimmst, dann brauchst du also nicht verwundert sein, wenn der Schall wiederkommt.

Ein Raum mit glatten Oberflächen kann keine Schallwellen schlucken.

Such dir für die Aufnahme einen Raum mit Teppichboden. Je dicker der Teppich ist, desto mehr Schall wird von ihm geschluckt.

Fenster sind auch keine besonders guten Schallschlucker und du kannst den Raumklang verbessern, wenn du Vorhänge vor den Fenstern hast und sie zu ziehst.

Wenn du so mit offenen Augen und Ohren durch deine Räume gehst, wirst du merken, dass der eine besser ist, als der andere.

Dann solltest du deine Aufnahmen vielleicht dort machen, wo die Akustik im Raum am besten, bzw. am wenigsten „hallig“ ist.

Jezt wirst du dir sagen: „Ja, toll. Ich will aber im Schlafzimmer mein Equipment nicht aufbauen!“

Ja, das kann ich mir vorstellen.

Wenn du es als Podcaster also ernst meinst und nun regelmäßig auch mit deiner Stimme präsent sein willst, dann kannst du deinen Raum entsprechend gestalten oder verändern.

Und das lohnt sich nicht nur für deinen Podcast, sondern auch für Videoaufnahmen, denn man hört auch dort deine Stimme.

Im Proberaum meiner Band hängen übrigens auch Teppiche an den Wänden – sie schlucken den Schall. 😉

Sprich gegen ein Bücherregal

Ich habe in meinem alten Büro den Schreibtisch direkt gegenüber eines Bücherregals gesessen und der Klang war ziemlich gut. Die Bücher waren auch nicht alle in Reih und Glied, sondern das eine Stand etwas weiter raus als das andere und so weiter.

Diese unregelmäßige Oberfläche sorgt dafür, dass der Schall nicht wie ein Gummiball zu dir zurück kommt. Sondern er „springt“ sonstwo hin.

Wenn du also ein Bücherregal im Zimmer hast, dann könntest du deinen Schreibtisch so stellen, dass du gegenüber vom Regal sitzt.

Und wenn es nur für die Aufnahmezeit ist.

Schaumstoffverkleidungen – wenn’s unerkannt bleiben soll

Wenn du ein Büro hast, in das nicht oft Klienten oder Kunden kommen, dann kannst du die Wände hier und da mit Schaumstoff verkleiden.

Wenn du dir für wenig Geld ein paar von diesen Schaustoffmatten holst und sie an der Wand befestigst, dann macht das einen deutlichen Unterschied.

Inwiefern, musst du dann testen. Denn jeder Raum ist anders.

Ich kenne Kollegen, die haben Klettverschlüsse mit doppelseitigem Klebeband an die Matten gemacht, so dass man sie nach der Aufnahme wieder von der Wand nehmen kann.

Denn so richtig dekorativ sind die Dinger nicht.

Sie sind nur ungeheuer praktisch.

Micscreen – Der Schallschlucker an deinem Mikro

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Wenn du Platz auf deinem Schreibtisch hast, dann kannst du dir einen Micscreen besorgen.

Diese halbrunden Konstruktionen kannst du an deinem Mikrostativ befestigen und sorgen dafür, dass der Schall aus deinem Mund direkt in dem Schaumstoff absorbiert wird.

Das nimmt den größten Teil deines „halligen“ Tons weg.

Du kannst dir das aber auch selber basteln, wenn du ein Mikrofon hast, das auf deinem Schreibtisch steht, z.B. das Samson Meteor oder das Blue Yeti.

Meine Freundin Marit Alke hat einen Karton innen mit Schaumstoff verkleidet und dort drin steht dann das Mikrofon.

Das spart Platz und funktioniert auch.

Gibts es denn auch ein paar Möglichkeiten, wenn ich erstmal ausprobieren will?

Schnelle Ergebnisse #1: Die Cap mit gekrümmtem Schirm

Dieser Tipp ist für mich auch neu und er kam von Janina Breitling. Sie sagte mir, dass eine Radiomoderatorin ihr den Tipp gab, bei „halligen“ Räumen eine Mütze mit gekrümmtem Schirm zu tragen.

Janina hat das ausprobiert und konnte eine deutliche Verbesserung feststellen.

Der gekrümmte Schirm zerstreut auch einige Schallwellen und vielleicht gerade so viel, dass der Sound als „besser“ empfunden wird.

Einfach mal ausprobieren.

Schnelle Ergebnisse #2: Zieh dir eine Decke über den Kopf

Im Sommer lecker warm und wenig Luftzirkulation, dafür auch im Altbau keinerlei Hall – der zugedeckte Podcaster.

Ich habe das mit meinem Kumpel Markus Coenen ausgetestet, der in seinem Büro sehr hohe Decken und wenig ablenkende Einrichtung hatte. Markus zog sich die Decke über den Kopf und ZACK war der Sound direkt besser.

Die erste Version seines Intros habe ich auch mit einer Decke über dem Kopf eingesprochen und der Unterschied war schon gewaltig.

Bei mir?! – Alles andere als optimal

Vor knapp zwei Jahren wurde aus meinem Büro das Kinderzimmer und seit dem ist mein Büro eine kleine Ecke im Schlafzimmer. 😉

Was macht man nicht alles für die lieben Kleinen, gelle.

Seitdem sitze ich an der Wand und über mir ist die Schräge. Alles andere als optimal.

Aber ich öffne die Kleiderschränke ein Stück, wenn ich aufnehme und schon wird durch die veränderte Oberfläche der Klang besser.

Manchmal sind es nur Nuancen, die den Unterschied machen und du musst einfach ein wenig ausprobieren.

Ausklang – das kannst du mitnehmen

Das mit dem Hall in der Aufnahme ist schon für viele eine Herausforderung.

Aber du siehst, dass es einige Möglichkeiten gibt, dieser Herausforderung entgegen zu treten.

Manchmal sind es nur Nuancen, die den Unterschied machen und du musst einfach ein wenig ausprobieren.

Und bitte fang damit an, dass du nicht allzu kritisch dir gegenüber bist.

Unter’m Strich sind die Inhalte die Dinge, die hängen bleiben. Und wenn dann etwas Hall zu hören ist…meine Güte, davon geht die Welt nicht unter. 😉

KOMMENTARE

3 Kommentare

  • […] Rode Smartlav (Ansteckmikro): Wenn es mobiles Aufnehmen sein soll, dann empfehle ich dir das Smartlav+, das ich hier auch schon mal getestet und besprochen habe. Für den kleinen Preis bekommst du richtig gute Qualität. Du kannst dir den Klang bei Janina Breitling anhören. Allerdings trägt sie bei den Aufnahmen eine Schirmmütze, die den Klang etwas verbessert, indem sie den Hall reduziert. […]
  • Hey Gordon,

    das mit den Männern und den Bällen ist lustig. Ähnliches Phänomen wie Männer am Wasser mit Steinen.
    Also ich als Frau werfe keine Bälle gegen Wände, aber weiß nicht, wie dass bei anderen Frauen ist.

    Lieben Dank und einen schönen Gruß aus Berlin,
    Daniela
  • Hey Daniela,

    flachte Steine und ein ruhiges Gewässer und ZACK sind Männer im Zen-Modus! :D
    Ich hoffe aber, dass das Bild mit dem Schall ein wenig geholfen hat?!

    Beste Grüße,
    Gordon

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