Mindmaps: So plane ich meine Content-Produktionen für den Blog und den Podcast

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Zugegebenermaßen bin ich kein Vollprofi, was Mindmaps, deren Terminologie und Herkunft angeht. 

Aber ich bin ein Poweruser. Bis vor einigen Jahren habe ich alles in Schriftform gemacht, bis Frank Katzer mich wieder mit Mindmaps angefixt hat. ;)

Vor einigen Tagen haben Alex Westhuis und ich eine Episode dazu in unserer Show "Entrepreneur's Evolution" aufgenommen. Darin erkläre ich meine Herangehensweise, den Hintergrund, die Vorteile und noch einiges mehr. 

In diesem Beitrag möchte ich noch ein wenig in die Tiefe gehen. 

Hier möchte ich dir an einem konkreten Beispiel zeigen, wie ich Mindmaps für meine Arbeit nutze. Denn mit ihnen brainstorme ich nicht nur Content-Ideen und Redaktionspläne. Mit ihnen plane ich alles.

Vom Blogpost, über die Struktur einer Podcast-Episode (wenn ich sie nicht aus dem Stehgreif machen möchte) bis hin zu Kursen und Produkten - alles entsteht an einer Mindmap. 

Hier mal eine Skizzierung meiner Arbeitsschritte

1. Die Idee, der Titel oder die H1-Überschrift in der Mindmap

Alles startet mit einer Idee und das ist dann auch bei einer Mindmap so. Ich versuche für die Idee direkt einen möglichst griffigen Titel zu finden, der vielleicht auch noch ein Keyword für Google enthält.

Finde ich nichts griffiges, dann bleibt der Arbeitstitel erst einmal bestehen und wird dann am Ende noch mal "gebrainstormt".

H1 U  berschrift Mindmap

2. Das 4Mat-Modell in einer leichten Veränderung

In einer perfekten Welt mit viel Zeit, plane ich den groben Aufbau mit dem 4Mat-Modell nach Bernice McCarthy, mit dem man so ziemlich alles didaktisch planen kann. Es ist ein sehr einfaches, reduziertes Konzept, dass aber für Content vollkommen ausreicht. 

Es gibt noch eine Menge anderer Lernkonzepte, aber damit habe ich mich noch nicht für meine Inhalte beschäftigt. 

Nach diesem Konzept gibt es vier grundlegende Lerntypen und an dieser Stelle Dank an Christian Gursky, der mir dieses Konzept wieder etwas näher gebracht hat. 

  1. Der Warum-Typ: Dieser Lerner will wissen, warum er sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen sollte. Warum kann dieses Thema für ihn wichtig sein. In unserem Fall würde es darum gehen, dass Mindmaps eine einfache Strukturierung bieten und dadurch den Ablauf in der Content-Produktion erleichtern.
  2. Der Was-Typ: Dieser Lerner braucht ZDF (Zahlen, Daten, Fakten) um die Sinnhaftigkeit zu bewerten. Kann man Dinge oder Erfolge messen? Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, die die Wirksamkeit untermauern? Gibt es konkrete Erfahrungswerte?
  3. Der Wie-Typ: Diesem Lerner zeigst du, wie er konkret umsetzen kann. Er will machen, ausprobieren und ein paar Anleitungen. Das ist der Bereich, der bei Content eine Grenze zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Inhalten definieren kann. 
  4. Der Was-wäre-wenn-Typ (Abwandlung): Hier gibst du dem Leser, Zuschauer und Zuhörer einen Ausblick darauf, wie sein Leben ist, wenn er deine Tipps umsetzt. Hier ist auch die richtige Stelle für einen Call-To-Action, ein Fazit und eine konkrete Umsetzungsaufgsabe. 

Fürs Protokoll: Das ist nicht 1:1 das Modell von McCarthy, sondern eine leichte und vereinfachte Abwandlung, die für mich passt. 

An dieser Stelle schreibe ich alles runter, was mir so einfällt. Ungefiltert, unbewertet und einfach nur raus. 

Die Sortierung kommt dann danach und im Prozess.

W Fragen Mindmap

3. H2-Überschriften, Lektionen oder Inhaltsblöcke

Im nächsten Schritt versuche ich die runter geschriebenen Dinge so zu ordnen, dass sie ggf. Kapitel (Im E-Book) oder H2-Überschriften (im Blogpost) oder Themengebiete (im Podcast) sind. 

Dieser Schritt ist mir sehr wichtig, denn das ist die eigentliche Gliederung des Contents. Wenn diese Arbeit einmal erledigt ist, ist der Rest reine Fleißarbeit.

Auf dem Bild siehst du den Bereich, der die Struktur darstellt. Würde ich daraus einen Blogpost schreiben wollen, würde ich mich so von oben nach unten durcharbeiten. 

Einen Podcast würde ich ebenfalls von oben nach unten durchsprechen. Der H2-Bereich gibt mir die Struktur.

H2 Fragen Mindmap

4. Der eigentliche Inhalt

An diesem Punkt sammle ich den eigentlichen Content zusammen, der dann nieder geschrieben oder eingesprochen wird. 

In der Mindmap selber ist nur wenig ausformuliert und das soll auch so sein. Das kommt dann beim Runtererzählen im Podcast oder beim Ausformulieren im Blogpost. 

Ein Beispiel aus der Mindmap

Nehmen wir mal an, dass ich aus dem ersten Ast nach dem WARUM einen Teil des Blogposts schreiben würde. 

Beispiel Mindmap

Das säe geschrieben dann ungefähr so aus:

"Mindmaps strukturieren (In H2)

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Mindmap ist es, die komplexen Gedanken die im Kopf rumschwirren, in Worte zu fassen. Innere Monologie sind dermaßen schnell und emotional aufgeladen, dass es uns oft schwer fällt, sie zu ordnen. 

Diese komplexen Gebilde in eine grammatikalische Struktur zu packen, Worte zu finden und sie in Syntax zu gießen, ist eine der elementarsten Dinge beim Mindmapping. Und aus meiner Sicht, DER Vorteil überhaupt

Bevor aber eine Struktur entstehen kann, müssen alle relevanten Ideen, Gedanken oder Einfälle aufgeschrieben werden. Einiges davon wirst du im Verlauf wieder entfernen. Ein paar andere Dinge werden echt gut sein. Diese Differenzierung kommt im Verlauf fast von alleine."

Du siehst, dass ich mich an dieser Stelle nicht 1:1 an die Vorlage gehalten habe, sondern inhaltlich ein wenig gesprungen bin. Das wird dir beim Runterschreiben auch passieren und das ist in Ordnung so. 

Du brauchst dann nachträglich in der Mindmap nichts mehr umschieben. Wichtig ist, dass du weißt, was du im Kern schreiben willst. 

Oder sagen willst, denn beim Podcasting ist der einzige Unterschied, dass ich die Dinge spreche und nicht niederschreibe. Bei Episoden versuche ich, die Zweige der Mindmap noch mehr zu reduzieren, dass ich keinen vollständigen Satz habe. 

Der Grund dafür ist: Sobald ich einen Satz vorlese, klingt er ein My anders, als das freier Gesprochene. 

Fleisch der Episoden Mindmap

Mindmaps erlauben schnelle Veränderungen in der Struktur

Nichts ist so konstant wie die Veränderung. Das gilt auch für meine Ideen, Gedanken und Einfälle. 

Manchmal gelingt mir eine Struktur durch die Erfahrung (gerade im Podcast) recht schnell, manchmal sind Ideen echte Wildfänge, die erst gezähmt werden müssen. 

Damit ein physisches Blatt Papier nicht irgendwann ein reines Gekrickel, Durchgestreiche und Verhunze wird, mache ich Mindmaps immer digital. 

So kann ich einzelne Äste verschiebe, ohne die Ordnung zu verlieren. Wenn ich auch ein Chaot bin, Ideen brauchen dennoch Struktur 

Welche Tools fürs Mindmapping kann ich dir empfehlen?

Die Mindmap aus diesem Post habe ich mit dem browserbasierten Tool "Mindmeister*" erstellt. Ich benutze es sehr oft in Zusammenarbeit mit Klienten, weil man andere Leute zu einer gemeinsamen Mindmap einladen kann. So ist kollaboratives Arbeiten möglich. 

Vorher habe ich "Mindnode" für den Mac benutzt und es gefällt mir optisch sogar noch ein Stück weit besser, als Mindmeister. Dort kann ich auch meine Mindmap in Markdown exportieren und mit dem Schreibtool meiner Wahl "Ulysses" direkt die Struktur übernehmen. 

Alternativ sind noch "XMind" (PC und Mac) und "Freemind" weit verbreitet. Letzteres ist kostenfrei. 

Xmind und Freemind habe ich persönlich aber noch nicht ausprobiert.

Sind Mindmaps der ultimative Schlüssel zum Erfolg?

Nein, ganz bestimmt nicht. 

Es gibt unzählige Arten Ideen zu strukturieren und für die Content-Kanäle aufzubereiten. In unserer Mindmap-Episode hat Alex berichtet, dass er überhaupt nicht mit Mindmaps arbeitet, sondern seine Sache rein mit Evernote plant und aufbereitet. 

Evernote ist von meinen Systemen mittlerweile wieder verschwunden. So ist jeder Jeck anders, wie man hier im Rheinland sagt. 

Wenn du aber auf der Suche nach verschiedenen oder neuen Möglichkeiten bist, dann teste gerne den Workflow mit Mindmaps aus. Freies Assoziieren, Worte finden, runter Schreiben und einfaches Neusortieren, machen für mich den Charme des Mindmappings aus. 

Wie sieht es bei dir aus? Wie strukturierst du dich? Was machst du in Vorbereitung? Wie sind deine Erfahrungen mit Mindmaps? 

Schreibe gerne deine Gedanken und Ideen in die Kommentare! 

Ich freue mich, von dir zu lesen. 

Dein Gordon Schönwälder

KOMMENTARE

8 Kommentare

  • Hi Gordon,

    Das ist wirklich eine sehr gute Struktur, die ich zwar nicht in Mind Map Form, aber in OneNote als Liste so bisher umgesetzt habe. Bin vermutlich eher so der Listen-Typ ;-)

    Was für mich darüber hinaus auch noch hilft, ist das gesamte Vorgehen der Content Erstellung noch mit Hilfe einer Checkliste strukturierter anzugehen. Einige Dinge daraus sind vielleicht auch in Bezug auf diesen Beitrag interessant:
    - Ich mache mir bereits bei der Erstellung des Inhaltes Gedanken über zahlreiche Varianten für eine gute Überschrift, um beim Veröffentlichen nicht mehr lange darüber nachdenken zu müssen
    - Ich überlege mir weitere Beiträge meinerseits, die ich hier gut verlinken kann, um meine interne Verlinkungsstruktur weiter zu verbessern
    - Ich notiere gleichzeitig auch Links zu Beiträgen anderer Blogger oder Podcaster, die über meine eigenen Inhalte hinaus für meine Community von Wert sein könnten
    - Ich überlege mir, welches konkrete Ziel ich mit diesem Beitrag für mein Unternehmen verfolgen möchte (Standard: Listbuilding)
    - Ich mache mir Gedanken zu möglichen Content Upgrades, die den eigentlich Inhalt nochmal auf ein deutlich höheres Level heben
    - Ich notiere mir Gedanken für mögliche Visualisierungen, um den Text etwas aufzulockern

    Grundsätzlich finde ich ein erprobtes System auch für den eigentlich kreativen Prozess der Content Produktion extrem wichtig. Dein Beitrag hilft mir wirklich sehr dabei, mein System nochmal zu verbessern :-) Besten Dank dafür!

    Viele Grüße,
    Christoph
  • Hey Christoph,

    vielen, vielen Dank für deinen Beitrag, der macht meinen direkt noch mal viel besser! ;)

    Beste Grüße,
    Gordon
  • Hi Gordon, Excel nehme ich für die Monats- und Wochenplanung! Die Jahresplanung mache ich traditionell mit einer Mindmap. Dann arbeite ich derzeit bevorzugt mit Trello, Evernote hat mich nicht gekickt. Dann stelle ich mich manchmal an meine Wand (Whiteboard, magnetisch, alles in einem) und nehme den Stift in die Hand, aber als Journalist und Verleger liegt mir das wohl;)
  • Hey Marco,

    wenn der Umzug durch ist und das Büro steht, dann will ich auf jeden Fall auch ein Whiteboard. Ist gesetzt! ;)
    Was verlegst du eigentlich?
  • Gordon, danke! Ich habe erst in den letzten Tagen dank Deiner Empfehlung mit Mindmaster gearbeitet und meine erste Mindmap seit Ewigkeiten erstellt: um meine 000-Episode zu planen. Die Darstellung liegt mir, und ich weiß gar nicht so recht, warum ich eher linear mit Excel etc. arbeite... Danke für den neuen Zugang zu einer alten Technik!
  • Hey Marco,

    woah, Excel für die Planung ist aber auch hardcore! :D
    Klappt das mit Mindmap deutlich besser, oder? ;)
  • Hey Marco,

    woah, Excel für die Planung ist aber auch hardcore! :D
    Klappt das mit Mindmap deutlich besser, oder? ;)
  • Hey Marco,

    woah, Excel für die Planung ist aber auch hardcore! :D
    Klappt das mit Mindmap deutlich besser, oder? ;)

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