Der effektivste Weg, deine Hörer und Leser zu einem AHA-Erlebnis und einer konkreten Handlung zu bewegen

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Storytelling   im Blog und im Podcast-2Im Februar 2012 wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit als Coach und Blogger und die erste Zeit war echt nicht leicht. Das ist aber bei fast jeden Solounternehmer der Fall.

Zuerst gilt es Klienten zu finden, seinen Ruf aufzubauen und so weiter und so fort. Bis die ersten Einnahmen kamen – das dauerte. Das war mir auch bewusst.

Was ich sofort haben wollte: Ich wollte meine persönliche Botschaft mit meinem Blog an so viele Menschen wie möglich bringen und so vielen Menschen wie möglich helfen.

Ob mir das gelang?! Ich glaube nicht und ich weiß heute auch warum.

In meinen ersten Gehversuchen als Blogger, noch lange vor meinem ersten Podcast, habe ich viel „doziert“. Das bedeutet, dass ich meine Leser nicht begleitet, sondern geschult habe. Ich habe Statistiken gezeigt, ich habe psychologische Phänomene beschrieben, neurophysiologische Grundlagen der Wahrnehmungspsycholgie präsentiert und so weiter und so fort. Natürlich immer mit dem Anspruch, dass meine Leser sofort einen Nutzen daraus ziehen können.

Ich habe später angefangen, diese Schulungen mit konkreteren Hausaufgaben zu versehen. Also ein paar Übungen, die man im Alltag mal ausprobieren könnte.

Meist eingeleitet durch Sätze wie: „Wenn du magst, dann probier doch dies mal aus.“

Das Ergebnis, bzw. das Feedback….mehr als ernüchternd.

ICH bekam meine Leser nicht zu Veränderungen. Und genau da lag mein Denkfehler…ICH wollte Veränderung, aber nicht unbedingt der Leser.

Das lag nicht unbedingt an seiner Motivation oder an meiner, sondern an meiner Art, es zu vermitteln.

Ich habe doziert und nicht…erzählt.

Starke Stories als Gehirntuning

Die Journalisten und Sprachwissenschaftler Joshua Glenn und Rob Walker wollten herausfinden, wie sich Geschichten auf das Kaufverhalten von Menschen auswirken kann. Dieses Experiment nannten sie „Significant Objects“.

Sie kauften allerlei Trödel und wertloses Zeug auf Flohmärkten zusammen und wollten es bei eBay wieder verkaufen. Allerdings ohne Beschreibung…dafür mit einer Geschichte.

Die beiden heuerten diverse Autoren an, die zu jeden dieser Gegenstände eine emotionale Story schreiben sollte.

Und was glaubst du, was passierte?

Ein Aschenbecher, um den eine wilde Spionagestory gesponnen worden war und lediglich ein paar Dollar gekostet hatte, ging für über 100 Doller über den virtuellen Ladentisch. Eine Gabel, die 50 Cent kostete, wurde für knapp 30 Doller wieder an den Meistbietenden verkauft.

Geschichten geben einen echten Mehrwert und verkaufen besser.

Dabei geht es nicht nur um das Verkaufen gegen Geld, auch Ideen, Meinungen und ganze Images von Unternehmen lassen sich mit Geschichten viel besser verkaufen.

Warum ist das so?

Zahlen, Daten, Statistiken und Fakten sind extrem emotionslos. Sie sind deswegen emotionslos, weil sie ohne jegliches Leben sind. Das müssen sie auch.

Um wissenschaftlich arbeiten zu können, muss man den emotionalen Faktor möglichst weit wegschieben, damit die Ergebnisse möglichst frei von Messfehlern und sonstigen, menschlichen „Verunreinigungen“ (Verzeih’ mir dieses harte Wort) sind.

Entsprechend werden sie auch vermittelt.

Nackte Zahlen, Daten und Fakten

Der Text, der jetzt folgt, ist eine Zusammenfassung aus einem Studie des Max-Plank-Instituts. Ich habe sie 1:1 übernommen.

„Kognitives Altern des Menschen

Personen altern kognitiv unterschiedlich und nutzen ihre Entwicklungsspielräume in unterschiedlicher Weise. In Ermangelung eines genetischen Programms ist die kognitive Entwicklung im Erwachsenenalter zahlreichen Risiken wie vaskulären Veränderungen, Beeinträchtigungen des Stoffwechsels und chronischem Stress ausgesetzt. Zugleich ist sie offen für schützende und stärkende Einflüsse wie erfahrungsabhängiger Plastizität. Verlaufsstudien legen nahe, dass ein geistig herausfordernder, körperlich aktiver und sozial engagierter Lebensstil Verluste abschwächen und Gewinne stärken kann.

(Lindenberger, U. (2014). Human cognitive aging: Corriger la fortune? Science, 346(6209), 572–578. doi: 10.1126/science.1254403)“

Daten und Fakten vermittelt als Information für den AHA-Effekt

Ich habe den oberen Text jetzt so verändert, dass er verständlicher ist und die Informationen aus der Studie etwas plakativer werden.

„Kognitives Altern des Menschen

Menschen altern vom Geiste her unterschiedlich und sie nutzen ihre Entwicklungsspielräume auch absolut unterschiedlich. Je größer der Stress bei einem Menschen ist, oder wie größer die Belastungen wie Bluthochdruck oder dergleichen sind, desto niedriger ist wahrscheinlich die geistige Entwicklung und Lernfähigkeit im Alter. Aber es zeigte sich gleichzeitig auch, dass Lernen auch im Alter durchaus möglich ist, weil das Gehirn sich dennoch weiter entwickeln kann, wenn der Mensch aktiv bleibt.“

Aaaah, verstehe. Da ist der AHA-Effekt. Schon deutlich besser vermittelt. Aber es bleibt eine emotionsarme verbesserte Beschreibung der Studie, bzw. der Ergebnisse. Der AHA-Effekt mag jetzt da sein, aber noch keine implizite oder explizite Handlungsanweisung.

Wie wäre es damit?!

Information und AHA-Effekt im Erzählstil mit impliziter Handlungsaufforderung

„Wie wahrscheinlich ist es, dass wir im Alter noch was neues lernen können? (Problemstellung)

2014 hat U. Lindenberger eine Untersuchung durchgeführt. (Einstieg nach Art einer Geschichte) Er wollte wissen, ob wir im Alter überhaupt noch lernfähig sind, oder ob sich die alte Volksweisheit am Ende doch als wahr herausstellt:

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr! 

Naja, das Ergebnis zeigte, dass es uns im Alter schon schwerer fällt neue Dinge zu lernen, vor allem, wenn wir nicht allzu sehr auf uns aufgepasst haben. (Dramatik, Problem) Wenn wir über viele Jahrzehnte ständig Stress und Bluthochdruck ausgeliefert sind und nie wirklich etwas dagegen gemacht haben, dann ist Lernen nicht wirklich einfach. Die Studie fand heraus, dass es da einen direkten Zusammenhang gibt.

Aber ist es jetzt das Aus fürs Lernen im Alter und der Beginn einer neuen Welle von Altersdepressionen?! (Dramatik, Spannung)

Nein, (positive Auflösung) denn der Zusammenhang von Stress, Bluthochdruck und geistiger Entwicklung sind nicht die einzigen Sachen, die herausgekommen sind.

Auch wenn die gerade genannten Faktoren das Lernen erschweren, ist es doch nicht unmöglich. Im Gegenteil. Auch im Alter ist das Gehirn noch in der Lage, neue Verbindungen zu knüpfen, neue Synapsen entstehen zu lassen und…zu lernen. 

Können wir denn jetzt schon etwas dafür tun, damit wir auch in der Rente noch eine neue Fremdsprache lernen können? (neue Fragestellung + aktivierende, rhetorische Frage)

Aber sicher! 

Je mehr Ressourcen – körperliche, wie geistige – wir in unseren Jungen Jahren schonen, desto kognitiv flexibler sind wir im Alter.

(mögliche Handlungsanweisung) Ich denke, dass ist eine gute Gelegenheit, mal über unsere Ernährung und über unseren Durchschnittsstresslevel nachzudenken.“

Ja, es sind deutlich mehr Wörter. Ja, das bedeutet auch mehr Arbeit für uns als Autoren oder Sprecher. Aber, es ist viel eingänglicher und das ist es, was wir erreichen wollen, wir wollen dem Leser oder Hörer etwas mitgeben, dass er direkt umsetzen kann – wenn er möchte.

 

Aktive Sprache und Erzählstil für mehr emotionale Bindung

Es geht beim Erzählen oder Storytelling nicht darum ein Märchen zu erzählen und immer mit „es war einmal“ anzufangen. Es geht auch nicht allein darum, möglichst einfache Formulierungen zu wählen, sondern es geht um das Gesamtkonzept und die Erzählstruktur. Sobald wir merken, dass wir eine Geschichte lesen, geht unser Gehirn auch vollkommen anders mit den darin enthaltenen Informationen um.

Erst die Verpackung der Daten oder Fakten in einen unterhaltsamen, motivierenden und vor allem implizit vermittelnden Erzählstil macht den Lerneffekt aus.

 

Was kannst du tun, um bessere Geschichten zu erzählen und gehirngerecht zu vermitteln?

  1. Zeige anfangs ein Problem oder eine Fragestellung auf und löse es im Laufe der Story positiv auf.
  2. Nutze sprachliche Mittel wie rhetorische Fragen, um Spannung aufzubauen. Vielleicht löst du auch erst ganz am Ende das Grundproblem auf oder schiebst noch eine Anekdote ein, durch die „man erst durch“ muss.
  3. Erzähl aus deiner Perspektive oder aus der Perspektive einer anderen Person.
  4. Wähle ruhig „dramatische“ Wörter, denn dadurch wird das Gehirn wieder auf „volle Aufmerksamkeit“ gestellt.

Gerade junge Blogger oder Podcaster trauen sich nicht, ein wenig Dramatik und Story in ihre Werke zu bringen, aber in unserer schnelllebigen Zeit, ist ein wenig Aufmerksamkeit am Anfang echt wichtig. Also dürfen wir uns auch aus unserem sicheren Versteck heraus trauen und spannende Geschichten erzählen.

In diesem Sinne:

Viel Spaß beim Schreiben und Erzählen! 😉

Wenn du der gleichen Meinung bist, oder eine vollkommen andere hast…ich möchte sie gerne hören. Schreib mir einfach einen Kommentar unterhalb dieses Posts oder eine eMail an kontakt@podcast-helden.de

Bis dahin,

Gordon

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KOMMENTARE

21 Kommentare

  • Sehr hilfreicher Beitrag! - Wie so vieles von Dir. Es ist manchmal bitter festzustellen, dass die Menschen eher unterhalten werden wollen statt etwas zu lernen, doch wer in die Unterhaltung die Lehre integriert hat es wohl verstanden beides zu bedienen. Danke Dir!
  • ...doch wer in die Unterhaltung die Lehre integriert hat es wohl verstanden beides zu bedienen.


    Was für ein schöner Satz! Und sofern du mich da einschließen solltest...vielen Dank. ;)
  • Großartiger Artikel, lieber Gordon!
    Für mich vor allem, weil du grad für deine Demonstation ein Thema aufgegriffen hast, das mir sehr am Herzen liegt. Ich lerne schon mein Leben lang und höre auch jetzt im Rentenalter nicht damit auf. Ich bin so neugierig, dass ich irre viel lese. Ich muss allerdings zugeben, dass mir mittlerweile oft die Konzentrationsfähigkeit abhanden kommt. Grad will ich mir aus einer Seite was in Evernote kopieren und ehe Evernote bereit ist, habe ich es schon wieder vergessen und muss noch mal auf die Seite gehen. Das ist sehr lästig und hängt vermutlich mit meinem desolaten Gesundheitszustand zusammen. Aber das ist ein anderes Thema.
    Deine Beispiele für gutes und leichtes Storytelling sind super nachzuvollziehen. Herzlichen Dank dafür.
    Ich will das unbedingt in meinen Artikeln umsetzen. Braucht halt noch ein wenig Übung.
    Liebe Grüße
    Roswitha
  • Hallo Roswitha,

    aufhören neue Dinge auszuprobieren kann ja jeder! Dranbleiber wie du sind die Helden dieser Tage!
    Aber auch hier braucht es Übung, die bekanntlich den Meister macht! ;)

    Go for it!

    Gordon
  • ....und ja, lieber Gordon,
    habe ich vergessen anzukreuzeln,
    ich möchte eine Benachritigung über neue Beiträge :)
  • Hallo Gordon, vielen Dank erstmal für die tolle Zusammenfassung!!!
    Ich genieße Deine Beiträge, da ich mit Deiner Art zu sprechen, zu schreiben sehr gut umgehen kann und nun mache ich mich an´s Werk Deinen Vorschlag umzusetzen, das braucht a bisserl Übung.
    Einen schönen Sonntag für Dich
    Lena
  • Hallo Lena,

    etwas Übung braucht es. Aber du wirst spüren, dass du immer besser wirst.
    Ich freue mich sehr, dass dir die Zusammenfassung gefällt. Daran merke ich, dass ich meine Job gut mache. ;)

    Bis dahin und dir einen tollen Sonntag,

    Gordon
  • Das kann ich bestätigen mit den Geschichten lieber Gordon,

    wenn ich sehr viel Persönliches in einem Blogartikel schreibe, dann bekomme ich wesentlich mehr Rückmeldungen. Meine ersten Artikel waren recht unpersönlich, doch inzwischen lasse ich meine Leserinnen wirklich teilnehmen an meinen Erlebnissen und die Resonanz ist durchweg positiv.
    Ich bin sehr gespannt auf dein Webinar.

    Alles Liebe für dich und herzliche Grüße
    Barbara
  • Hallo Barbara,

    dann bist du die Heldin in deinen Geschichten, die am Ende die Probleme gelöst hat? Prima, so soll es!
    Ich freue mich, dass du dabei bist. Klasse! ;)

    Hast du schon spezielle Fragen? Denn dann kann ich die noch in die Vorbereitung nehmen.

    Grüße,

    Gordon
  • Hallo Gordon,
    Danke für die tolle Zusammenfassung. Da fühlt sich der Nagel auf den Kopf getroffen.
    Werde beim nächsten Artikel mal wieder - ganz hänselmässig - dem roten Faden einer Geschichte folgen.
    Herzliche grüße, Hänsel äh David
  • Hallo David,

    vielen Dank! Du hattest doch die Heldenreise mal als Blogartikelserie gebracht. Kannst du den Link hier als Kommentar posten...ich denke, das ist wertvoll!

    Grüße,

    Gordon
  • Super Gordon, genau darum geht es beim Schreiben. Du hast dem Expertem-blaba super viel emotionale Kohlensäure eingehaucht. Der Leser/Zuhörer bleibt bis zum letzten Buchstaben am Ball, lernt etwas Neues und wird dabei gut unterhalten.
  • Hallo Ulrike,

    emotionale Kohlensäure...wie cool ist denn das bitteschön! ;) Da stelle ich mir gerade vor, wie es blubbert und bizzelt. Sehr schöne Wortkombi! ;)

    Grüße,

    Gordon

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