Den auditiven Lerntyp gibt es nicht – Der Todesstoß für deinen Podcast?!

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Den auditiven Lerntyp gibt es nichtHallo Podcast-Helden,

da habe ich vor einigen Wochen nicht schlecht gestaunt…

Im deutschsprachigen Raum gibt es seit gefühlten Jahrhunderten die gesicherte Annahme, dass es verschiedene Lerntypen gibt, die man in der Pädagogik und in der Schule bedienen sollte. Da gibt es den visuellen Lerntyp, der Inhalte prinzipiell „sehen“ muss, damit er ihn lernt, dann den motorischen Lerntyp,….und so weiter. Ich denke, da erzähle ich euch auch nichts neues.

Jetzt macht sich allerdings mehr und mehr eine relevante Erkenntnis breit: Der Ansatz der Lerntypen ist empirisch NICHT belegt…das war er noch nie!

Und nicht nur das. Die neuere Forschung zeigt, dass wir Menschen von unserer Veranlagung her eher visuelle Lerner sind.

Ist das jetzt das AUS für den Podcast? Sollten wir stattdessen lieber unseren Kopf in die Kamera halten?

Geschichten sind Bilder

Auf diese Frage möchte ich direkt die Antwort abliefern, denn dann kannst du ganz entspannt den Rest dieses Beitrags lesen! 😉 Nein, die Erkenntnis, das wir eher visuelle Lerner sind, ist bei weitem nicht das Aus für unsere Podcasts – im Gegenteil.

Menschen lieben Geschichten. In den Zeiten ohne Internet und Bücher wurden Geschichten und Erzählungen dazu genutzt, um Wissen weiter zu geben und zu unterhalten.

Ein Beispiel gefällig?! Gerne – hier kommt „Rotkäppchen und der böse Wolf“.

Was ist der Inhalt der Geschichte?! Ich glaube, dass jeder zumindest noch in Grundzügen eine Inhaltsangabe machen könnte. Rotkäppchen auf dem Weg zur Oma, der Wolf später im Bett, große Ohren, große Augen…ihr wisst schon.

Noch bevor sich die Gebrüder Grimm 1812 des Inhalts annahmen, wurde die Originalgeschichte 1695 von Charles Perrault veröffentlicht. In seiner Version verkleidet sich der Wolf zwar auch als Großmutter und Rotkäppchen wundert sich zudem auch über das Aussehen der vermeintlichen Verwandten, aber sie erkennt den Wolf nicht. Am Ende ist Rotkäppchen tot.

Erst die Gebrüder Grimm addierten mehr als hundert Jahre später ein etwas versöhnlicheres Ende hinzu. Versöhnlich für die Menschen, der Population der Wölfe hat es mit Sicherheit nicht gut getan.

Was war aber der Sinn dieser Geschichte? Was ist die Moral von der Geschicht‘?

Perrault selber hat dazu gesagt, dass er kleine Mädchen davor schützen wollte, sich von fremden Männern ansprechen zu lassen. Es gäbe eine Menge verschiedener „Wölfe“ da draußen, die auf den ersten Blick nicht sehr gefährlich daher kommen, diese seien aber die „schlimmsten von allen“.

Aber hätte man denn nicht einfach sagen können: „Haltet euch fern von fremden Männern!“

Ja, das hätte man sagen können, aber das wäre bei weitem nicht so eindrucksvoll und „ins Gehirn einbrennend“, als diese dramatische Geschichte. Eine Erzählung mit einer tragischen Heldin, die sehr naiv war, nicht auf ihr Bauchgefühl achtete und am Ende dadurch ums Leben kam. Diese Geschichte ist voller Analogien, Gleichnisse und…BILDER!

Schreibe und spreche in Bildern

Und genau das ist das Geheimnis, wie euer Podcast noch ein Stück besser werden kann. Nutze eine aktive, lebendige Erzählweise ohne viele Statistiken oder Zahlen. Ergänze deine Erzählung lieber um eine Geschichte, die du selber erlebt hast oder berichte von den Erfahrungen eines Klienten von dir. Informationen derart können wir viel besser und viel tiefer in unserem Gehirn speichern, als reine „Wissensvermittlung“.

Das wir eher visuelle Lerner sind bedeutet daher also nicht, dass ich meine „Zielgruppe“ zwinge, eine halbe Stunde auf meinen Mund zu starren, bloß weil es bewegte Bilder sind. Dadurch lernt man nicht besser, sondern eher schlechter.

Der Schlüssel, der einen Podcast oder Blog zu einem Erlebnis macht, sind gute Geschichten mit lebendigen Bildern und aktiver Sprache.

Passend dazu ein wundervolles Zitat einer sehr klugen Frau, auch wenn hier eher die Historie gemeint ist. Aber auch den Bildern der Vergangenheit darf man lernen.

     Die Geschichte ist der beste Lehrer mit den unaufmerksamen Schülern.   – Indira Gandhi

Jetzt bin ich auf eure Meinung gespannt! Habt ihr selber gerne Geschichten gehört als Kinder? Vielleicht wurden sie euch vorgelesen oder ihr habt Kassetten oder Schallplatten gehört? Gibt es vielleicht Geschichte, die euch immer noch im Ohr klingeln und „an früher“ erinnern? Was war das besondere daran? Warum habt ihr sie behalten?

Bis dahin,

Gordon Schönwälder

 

KOMMENTARE

20 Kommentare

  • Hi Gordon,

    super Artikel. Ich höre selbst gerne Vorträge und Podcasts und kann nur bestätigen, das eine lebendige Sprache ALLES ist. Wir haben so eine bunte und vielseitige Sprache, die genutzt werden möchte. Und wer dann noch die ein oder andere Anekdote verwendet, und eine lustige Geschichte aus dem Nähkästchen plaudert, hat alle Chancen, im Kopf des Hörers Bilder hervorzurufen, die nie vergessen werden.

    LG, Sabine
    PS: mach dich glücklich
  • Hallo Sabine,

    vielen Dank für deinen Kommentar und dein Kompliment zum Artikel.
    Kannst du denn einen Podcast oder einen Podcaster empfehlen, der gerne in lebendigen Bildern spricht und präsentiert?

    Grüße,

    Gordon
  • Hallo Gordon,

    danke für diesen wertvollen Artikel. Das Storytelling ist ja ein rießen Thema, egal ob für Podcast, Blog, Video, Vortrag oder Seminar/Unterricht. Als NLP Coach weiß ich, welche Macht Worte haben können und welche Bilder sie in Köpfe setzen können. Noch dazu, weil wir uns dessen meist viel weniger bewusst sind. Gutes Storytelling ist äußert wirksam.

    Ich werde Deinen Blog jetzt mal aktiver verfolgen. Mir fehlt noch einer kleiner Motivationsschub, dass ich mal wieder podcaste. Ein paar meiner Kunden warten schon darauf und ich krieg mich selbst nicht so richtig ins Tun diesbezüglich.

    Vielleicht finde ich ja hier die Inspiration! :-)
    Liebe Grüße
    Christina
  • Hallo Christina,

    ich bin mir nicht sicher, ob ich inspirierend sein werden, aber ich gebe alles - versprochen. Immerhin ist Podcasten mein Herzensthema! ;)
    Hast du vielleicht aus NLP-Sicht ein paar Tipps für uns, was Sprachmuster im Podcast angeht?

    Grüße,

    Gordon
  • Du hast völlig recht! Wer mit seinen Worten Bilder malt, erreicht mehr. Meine Beobachtung ist: nur die Geschichten sind es nicht, die können nämlich auch sehr steril erzählt werden. Ich beschäftige mich daher sehr mit einer eigenen Unterkategorie der Sprache, nämlich jener, die nicht auf Korrektheit sondern auf die Wirkung abzielt.

    Als Beispiel: VERBEN verleihen dem Satz Kraft – wenn man sie exakt einsetzt. “Er geht über die Straße” hat ein schwaches Bild. “Er [schwankt][torkelt] [stolpert] [hechtet] über die Straße” das sind Bilder. Darüber schreibe ich auch aktuell in meinem Blog http://www.methode.at/blog/8/verwende-wirksprache" rel="nofollow">hier der letzte Artikel unter dem Tag ‘Wirksprache’ ist mehr dazu.
  • Hallo Stefan,

    das ist ein hervorragendes Beispiel für aktive und lebendige Sprache.
    Das es starke und schwache Verben gibt, habe ich seit dem Deutsch-LK verdrängt! ;)

    Bis dahin,

    Gordon
  • Hallo Gordon,

    es gilt für das Schreiben und Sprechen, in Bildern erzählen, beschreiben und nicht nur nüchterne Fakten aufzählen. Ich bin davon überzeugt, dass es auch viel Übungssache ist. Ich lerne und übe es gerade selbst und ganz ehrlich, mir war der Unterschied früher nie so wirklich bewusst, erst als ich darüber in ein paar Blogs und Foren gestolpert bin und das war ein AHA-Erlebnis für mich.
    Und um Deine Frage zu beantworten, ja, mir wurde früher vorgelesen, von meiner Oma und meiner Mutter und die Geschichten mag ich heute immer noch. Aber das hängt natürlich auch mit den lieben Vorleserinnen zusammen ;-)

    Liebe Grüße,
    Ivana
  • Hallo Ivana,

    ich bin ganz bei dir. Geschichten bewusst und mit Absicht einzusetzen, ist Trainingssache. Geht man zu schnell oder zu langsam vor, dann wirkt die Story schnell aufgesetzt.
    Kannst du den Blogs oder Foren empfehlen, wo man einen Einblick ins Storytelling bekommt?

    Grüße,

    Gordon
  • Hallo Gordon,

    ja ich kann dir da nur zu stimmen mit den Bildern. Bilder sind besser. So kann man sich auch besser reinfühlen in gewisse dinge.

    Ich selbst versuche oft in meinen Artikeln etwas zu schreiben und als Erklärung oder als Vergleich schreibe ich etwas in Bildern nochmal nieder, damit der lesende, das ganze nochmals besser aufnehmen kann und auch vielleicht einen Bezug dazu hat.

    Wie in meinem letzten Artikel. Da hab ich den ganzen Artikel in ein Bild verwandelt und wie so einige Kommentare beweisen habe ich damit direkt ins schwarze getroffen. :D

    Beste Grüße,
    Dennis
  • Hallo Dennis,

    Super-Mario zieht auch heute noch. ;)
    Ja, das war eine gute Analogie zu deinem Thema. Bin gespannt, wie du das beim Podcasten machen wirst. Sorgen mache ich mir bei dir aber absolut keine! ;)

    Grüße,

    Gordon
  • Hallo Gordon,
    das ist ein guter Punkt, den Du ansprichst. Wer kennt nicht die Märchen & Geschichten aus der Kindheit.
    Bei meinen (teilweise trockenen) Themen Strategie, Strukturen, Prozesse... nutze ich bewusst immer wieder mal "Geschichten".
    Gerade im Podcast erscheint mir das Geschichtenerzählen als sinnvoll. Denn sonst driftet der Hörer zu leicht ab.
    Sobald es mit meinem Podcast losgeht werde ich das ausprobieren...
    Liebe Grüße, Andrea
  • Hallo Andrea,

    da bin ich aber mal gespannt, was du uns dann zeigst. Vielleicht kannst du mich mal auf dem Laufenden halten, was das angeht. Da bin ich sehr neugierig. Gerade, wenn es "trockene" Themen sind, kommen Geschichten und Analogien als Kontrast sehr gut. Ich denke, so kann man seine Zuhörer tatsächlich einfangen! ;)
    Bleib auf dem Weg,

    Grüße,

    Gordon

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