4. Noch mehr Mehrwert für deine Hörer mit den richtigen Interviewpartnern

Am 14. Februar 1981 moderierte Frank Elstner zum ersten Mal die Sendung „Wetten dass…“ im ZDF.

Nach über 214 Sendungen mit wechselnden Moderatoren wird die größte, europäische Show in diesem Jahr eingestellt.

Was machte diese Sendung so erfolgreich über eine so lange Zeit? Aus meiner Warte liegt es an zwei fundamental wichtigen Dingen. Zum einen ein recht entspanntes und nicht bierernstes Konzept mit einem gleichzeitig hohen Anspruch an sich selber und zum anderen an interessanten Wettpaten oder Musikgästen.

Stell dir mal vor, das Frank Elstner, der die Sendung erfand, von vorn herein alles selber gemacht hätte – ohne Gäste.

Das wäre langweilig gewesen…sterbenslangweilig. Und als Blogger und Podcaster können wir uns davon eine große Scheibe abschneiden.

Du bringst noch mehr Mehrwert für deine Hörer

Deine Sicht auf die Themen und Probleme, die deine Hörer haben und die von dir gelöst werden, ist schon eine feine Sache. Immerhin bist der Experte auf deinem Gebiet, wenn du dich so positioniert.

Wenn du aber jemanden an Bord hast, der zu einem bestimmten Thema noch zusätzlich etwas zu sagen hat, dann bereichert das deinen Inhalt ungemein.

Eine andere Person hat andere Sichtweisen und andere Erfahrungen als du und wenn er dann noch ein Fachmann auf seinem Gebiet ist, dann ist es perfekt.

Du musst nicht den ganzen Inhalt selber liefern

Irgendwann sind die dringenden Themen des Anfangs abgearbeitet und nicht selten erleben Blogger und Podcaster das Gefühl der Ratlosigkeit.

„Was soll ich denn jetzt als nächstes für ein Thema angehen?!“

Dabei muss das nicht sein, denn eine Podcastepisode mit einem Gast musst du allenfalls inhaltlich etwas strukturieren. Du kannst im Vorfeld ein paar Leitfragen formulieren und deinem Gast zusenden. Diese Fragen sollten natürlich zu deinem Thema passen und deine Hörer interessieren.

Ich erinnere mich an mein erstes Interview für Podcast-Helden ON AIR mit Ulrike Zecher. Wir hatten kein Skript, wir hatten allenfalls ein paar Leitfragen, haben uns aber im Interview die Bälle so zugeworfen, dass am Ende eine Menge interessanter Dinge herauskam.

Vertraue auf die Chemie, die sich spontan entwickelt und höre auf dein Bauchgefühl wenn du spontane Fragen stellen willst. Du musst ein Interview nicht durchchoreografieren, damit es Mehrwert hat.

Mach dir weniger Arbeit! 😉

Dein Interviewpartner wird „seine“ Episode vermutlich mit seinem Netzwerk teilen

Interviewees sind nicht selten selber stolz in einer Show zu sein, auch wenn sie vielleicht wesentlich bekannter sind, als du zu diesem Zeitpunkt. Deswegen ist auch die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie dieses Interview auch weiter teilen.

Und dadurch gelangst du ins Scheinwerferlicht und erweiterst so deine Sichtbarkeit! Perfekt!

Jemand googlet deinen Interviewpartner und findet dich

Der Punkt, der jetzt kommt, ist ein Nebeneffekt. Das möchte ich hier betonen.

Es geht darum, dass du natürlich den Namen deines Interviewpartners in den Episodentitel einbauen wirst. Gibt dann jemand den Namen deines Gastes bei Google ein, wird auch dein Podcast irgendwo in den Suchergebnisse sein.

Insofern ist das auch eine sinnvolle Maßnahme für die Suchmaschinenoptimierung.

Aber hier noch mal meine „Ermahnung“: Lass das nicht die Hauptmotivation für deine Suche nach Gästen sein. Das kann ein guter Nebeneffekt sein.

Wenn du nur auf der Suche nach einem Trittbrett bist, auf dem du mitfahren kannst, bist du schneller weg vom Fenster, als dir lieb ist.

Deswegen: Lade Gäste ein, um deine Show zu bereichern, deine Hörer zu unterhalten und Mehrwert zu schaffen. Das ist das, was zählt!

Wie findest du die passenden Gesprächspartner?

Diese Frage wird mir in Trainings oder Coachingterminen von angehenden Podcast-Helden sehr oft gestellt. Der Hintergrund ist der, dass wir dazu neigen, uns gerade am Anfang unserer Karriere im Internet selber klein zu machen. Deutlich kleiner, als wir sind.

Dann kommen noch die ganzen Ängste dazu, nicht als nervend oder als Bittsteller wahrgenommen zu werden und so krebsen wir so vor uns hin und haben nicht den Erfolg, er uns zustünde.

Ich kann da aus eigener Erfahrung sprechen. Als ich mit dem Podcasthören angefangen habe, starteten zwei relativ neue und noch unbekannte Podcaster ihre Shows. Mit den Jahren sind auch die immer bekannter in den entsprechenden Nischen oder Szenen geworden.

Und was soll ich sagen!? Als ich meine neueste Show startete, wollte ich auch spannende Gesprächspartner haben und am besten noch meine persönlichen Podcast-Helden. Also nahm ich mir vor einigen Wochen ein Herz und wollte sie anschreiben…und habe es nicht gemacht.

Stattdessen war ich noch mutiger und rief sie selber an. Die Kontaktdaten von interessanten Menschen findet man häufig auf deren Homepages oder Blogs.

Und siehe da: Ich hatte zwei neue Gäste!

Zwar musste ich ein wenig über mich und meine Intention erzählen – bekannte Menschen werden oft angefragt und meist sind die Interviewer nur scharf auf den bekannten Namen – und ich muss auch noch ein paar Wochen warten, bis der Termin zum Interview da ist…aber ich habe zumindest schon mal einen Termin!

Und das nur, weil ich einfach nett und freundlich gefragt habe!

Fazit

Interviewpartner können, wenn sie richtig gewählt sind, das Salz in der Suppe sein.

Sie bringen eine komplett neue Sicht der Dinge in deine Show, erweitern sie dadurch und du kannst selber noch was lernen. Ganz besonders, wenn du am Anfang deiner Karriere stehst. Meist ergeben sich aus solchen Terminen auch „Gegeninterviews“, in der du als Gast in der Show deines Gesprächspartners auftreten darfst. Dadurch kannst du deine Sichtbarkeit dann noch ein weiteres Mal steigern.

Gesprächspartner würde ich mir aber nach Interessenslage auswählen und nicht nach deren bekannten Namen. Immerhin ist ein Blog oder ein Podcast in erster Linie für deine Besucher und deine Zielgruppe gemacht…und nicht nur für dich.

Interviews in deiner Show sind am Anfang etwas ungewohnt und dürfen auch nervös machen. Das war bei mir auch so und das wird bei dir nicht anders sein. Aber schon beim zweiten Interview bist du um Längen lockerer und souveräner.

In der nächsten Woche zeige ich dir einige Verzeichnisse, in der dein Podcast unbedingt zu finden sein sollte, damit ihn wirklich JEDER hören kann.

Und eines darf ich verraten…iTunes ist nicht das einzige, was in Zukunft wichtig sein wird.

Bis dahin,

Gordon

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